Abschied vom RTZ

2 x 11 Jahre Zukunftstechnologien gesucht

Abschied vom RTZ Am 8. Mai 2019 feierte das RTZ sein Jubiläum „20 Jahre RTZ in Köln“. Viele Gäste konnten mit Rednern wie Wolfgang Clement oder Henriette Reker über 20 Jahre Wirtschaftsförderung durch Startup-Förderung diskutieren und philosophieren. Und die Bilanz des RTZ konnte sich sehen lassen. Nun beginnt eine neue Zeit: Das RTZ steht seit dem 1. September unter neuer Leitung. Wir sprachen mit dem scheidenden Geschäftsführer.

RheinZeiger: Abschied nach 22 Jahren. Was sind Ihre Gedanken nach dieser Zeit?

Heinz Bettmann: Es war der 1. Dezember 1998, als ich zum ersten Mail mein Büro im neuen RTZ betrat. Es war mehr Rohbau als ein attraktives Büro in einem Innovationszentrum. Aber ich konnte erste Gründer zur Beratung empfangen. Heute, da Sie diese Frage stellen, habe ich 22 Jahre in eben diesem Büro verbracht. Es hat viel Freude gemacht, unzählige Ideen im Gespräch zu bewegen, kreative Gründer zu begleiten.

RZ: Was war der „Spaß“? Und wie verabschiedet man sich aus einem solchen Job? Einfach nach dem Motto: Das war’s?

HB: In Zeiten von Corona geht man ja eher leise aus der Tür. Als ich den Job antrat, erfüllte sich ein Traum. Ich stamme von einem Bauernhof und habe das mühsame Geldverdienen in der Landwirtschaft kennen gelernt. Da habe ich Visionen entwickelt. Ich träumte von Innovationen, von Fortschritt, auch in der Landwirtschaft. Deshalb habe ich auch Biologie studiert. Im RTZ nun durfte ich Gründer unterstützen, die innovative Ideen in die Praxis umsetzen wollten, in der Biotechnik, in der Landwirtschaft oder in anderen Zukunftstechnologien.

RZ: Wie empfanden Sie die Gespräche mit den kreativen Gründern und ihren Innovationen?

HB: Ich erlebte so etwas wie Zukunft. Ich durfte viele dieser kreativen Ideen als Erster kennen lernen. Aber ich erlebte auch ein zunehmendes Tempo der technologischen Entwicklung. Immer und überall wurde nach dem Motto gehandelt „höher – schneller – weiter“. Bis Corona diesem Streben quasi ein Ende setzte. Vielleicht ein vorübergehendes Ende, vielleicht aber auch ein nachhaltiges Innehalten. Beides wäre gut.

RZ: Und wie kann es nun weitergehen? Was ist Ihre Botschaft an Ihren Nachfolger und die kommenden Gründer?

HB: Heute diskutiere ich, zumeist in den sozialen Netzwerken, über die Unterstützung von Startups in CoronaZeiten. Gerade heute brauchen Gründer Unterstützung – finanziell und durch Coaching. Beim Jubiläum des RTZ im Mai 2019 brachte Wolfgang Clement es auf den Punkt: „Die Startups von heute sind der Mittelstand von morgen. Wir brauchen ein funktionierendes Gründerökosystem, wir brauchen Entrepreneurship.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Für die Zukunft wünsche ich dem RTZ, dass es sein Engagement für Startups von der Gesellschaft und der Politik getragen so erfolgreich wie bisher fortsetzen kann.

RZ: Und wie sieht nun Ihre persönliche Zukunft aus?

HB: Ich habe Hobbys, die ich nun endlich pflegen kann. Aber ich habe auch das Hardenberg Institut gegründet, einen Verlag und eine Akademie. Kommunikation ist ein wichtiges Thema. Darum möchte ich mich kümmern, als Gesprächspartner für Gründer, als Verleger, als Berater und Coach.

RZ: Wir danken für das Gespräch und wünschen Ihnen für die Zukunft alles Gute.

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