April 2019 / Ausgabe 33

Das RTZ ist also nun seit 20 Jahren aktiv im rechtsrheinischen Köln und unterstützt Gründer aus den Zukunftstechnologien. Zahlreiche Startups haben davon profitiert, die Nachfrage war stets hoch. Was zeichnet Gründerzentren aus? Was bewegt die Szene der Startups und Technologieunternehmen in Köln?

Es gab Zeiten, da entstanden viele Gründerzentren. Es gab auch Zeiten, da hat man in der Politik eher abfällig über sie geredet. Ich selbst habe mit vielen Privatpersonen, Politikern und Immobilienanbietern darüber diskutiert. Nicht wenige kommentierten Gründerzentren mit der etwas ratlos wirkenden Anmerkung, dass es doch nicht so viel Aufwand sein kann, ein solches Zentrum zu verwalten. Ist das Konzept dieser Inkubatoren eigentlich kompliziert?

Sicher ist es nicht Zufall, dass just in diesen Tagen eine Umfrage des Verbandes der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften in NRW e.V. (VWE) auf meinem Tisch landet. In Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW möchte man in Erfahrung bringen, wie Technologie- und Gründerzentren (TGZ) arbeiten. Und der Fragebogen zeigt, dass man irgendwie auch ein paar richtige Fragen stellt. Man darf gespannt sein, wie das Ergebnis ausfällt.
Folgendes darf ich an dieser Stelle festhalten:

Gründerzentren sind nicht einfach Immobilien, die es zu verwalten gilt. Sie sind schon gar keine Gewerbehöfe.Sie bezeichnen sich selbst als „Innovations-, Technologie- und Gründerzentren“, kurz ITGZ. Richtig so, denn gerade in diesen ITGZ entstehen Innovationen und werden zur Marktreife geführt. Hier reifen neue Technologien, hier starten junge Unternehmen in den Markt. Nicht nur aus der eigenen Arbeit weiß ich, dass überdies auch Startups unterstützt werden, die nicht Mieter im Zentrum sind oder werden.

Die ITGZ liefern damit einen gehörigen Beitrag zur Wirtschaftsförderung, weil sie neue Unternehmen an den Standort holen und diese so fördern (beraten und coachen), dass sie auch langfristig existieren und zukunftsorientierte Arbeitsplätze schaffen können. Die Erfolgsquote der von ITGZ unterstützten Startups spricht für sich. Diese Startups können die guten Ansätze einer agilen Wirtschaft nachhaltig unterstützen. Dazu braucht es (nur) eine darauf ausgerichtete Wirtschaftsförderung oder eben eine Startup Unit. Kommen wir zu der Frage, die offenbar immer im Vordergrund stehen muss. Was darf (diese) Wirtschaftsförderung kosten? Wenn ich die ITGZ bilanziere, könnte ich auf die Idee kommen, auch die von den Startups gezahlte Gewerbesteuer in die Rechnung einzubeziehen. Gründerberater wissen um die Gültigkeit dieses Gesetzes und predigen es deshalb den Startups immer wieder: Ohne Einsatz kein Umsatz. Ohne Umsatz kein Gewinn. Ich bin gespannt auf das Ergebnis der Umfrage vom VWE.

Ich empfehle überdies ein Gespräch mit dem BVIZ – dem Bundesverband der ITGZ. Kommunikation kann hilfreich sein. Wir alle möchten am Ende doch feststellen können: Gut, dass wir darüber geredet haben …

In diesem Sinne
Liebe RheinZeiger-Leser
Ihr Heinz Bettmann | Geschäftsführer des RTZ

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