Ausgabe 35, April 2020

Wir leben in Zeiten der Digitalisierung und der Künstlichen Intelligenz. Von machine learning ist die Rede, von intelligenten Algorithmen, die die Maschinen trainieren, aus Daten und Erfahrungen ein künstliches Wissen aufbauen. Deshalb ändern sich Produktionsprozesse ebenso wie das Personalmanagement oder organisatorische Abläufe in Unternehmen.


Wir beschäftigen uns mit „Lernenden Institutionen“, wobei sich hinter Institutionen sowohl Unternehmen als auch Maschinen oder kleine, vernetzte Computer verbergen können. Dies macht Prozesssteuerung in modernen Produktionen ebenso möglich wie Innovationen allgemein
oder Prognosen möglicher Krankheiten. Zur Klarstellung: Wir reden über Heute.


Heute ist eine Zeit, in der die „EDV“ einen hohen Reifegrad erreicht hat. Und nun machen wir uns auf, dies in allen (!) Lebenslagen zu nutzen. Roboter werden in Altenheimen oder in der Pflege eingesetzt, Wearables kontrollieren die Gesundheit. Und wir diskutieren plötzlich über Empathie. Meinen wir da alle das gleiche? Kann ein Roboter Empathie
entwickeln? Experten halten das für kurzfristig realisierbar. Wenn man Menschen beobachtet, die mit Robotern in Kontakt kommen, stellt man fest, dass diese Menschen zwar eine Empathie für die Roboter entwickeln – aber nicht umgekehrt. Sie sehen doch so menschlich aus. Roboter oder ähnliche, auch virtuelle Wesen, schleichen sich in unseren Alltag, Wearables in unseren Körper. Da ist Alexa, die von vielen als völlig normal und überaus fortschrittlich betrachtet wird, geradezu harmlos.

Noch etwas neu wirken vielleicht die Roboter im Pflegebereich oder die implantierbaren Wearables; da ist mancher noch skeptisch. Auf der Digital X im Oktober 2019 konnte man sich einen kleinen vernetzten Computer implantieren lassen – die Interessenten standen Schlange. Soweit zu heute. Sind empathische Roboter und mit der Cloud vernetzte Wearables die Zukunft? Ist das dann auch (technologischer) Fortschritt?

Die Entwicklung geht ihren Weg. Gerade noch haben wir „nur“ über Datenschutz diskutiert. Jetzt kommen Ethik, Gefühle und Emotionen ins Spiel. Was kennzeichnet morgen unser Leben? Welche Rolle spielt in Zukunft der Mensch und seine Einzigartigkeit? Empathische Roboter oder vernetzte Wearables: Ein realistisches Zukunftsszenario? Rein technisch ist dies vielleicht kein Problem. Andere Fragen scheinen dagegen nicht ganz trivial: Benötigen wir diese Technologien zur Bewältigung der Zukunft? Wie weit ist für Leben und Gesundheit KI unumgänglich? Müssen bei der Weiterentwicklung dieser Welt Ethik, Gefühle und Emotionen einbezogen werden? Welche Spielregeln sollen für all das gelten?

Die technische Entwicklung verläuft rasant. Sollten wir nicht jetzt ein paar Fragen klären?

Ihr Heinz Bettmann
Geschäftsführer des RTZ

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