Der Check zur Digitalen Kompetenz

Was ist eigentlich die Digitalisierung und die digitale Kompetenz?

Digitalisierung ist überall. In unserer von technischen Innovationen geprägten sowie vernetzten Umwelt ist es zunehmend wichtig, sich sicher und selbstbewusst im digitalen Raum zu bewegen.

Dementsprechend stellt die Bewältigung des digitalen Wandels viele Unternehmen und eine zunehmende Anzahl an HR-Abteilungen vor Herausforderungen: Für Arbeitsplätze im digitalen Arbeitsumfeld braucht es digital kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Europäische Parlament maß daher dieser Kompetenz großen Wert bei, als es die Digitale Kompetenz als eine von acht Schlüsselfaktoren für ein erfolgreiches Leben im 21. Jahrhundert benannte. Doch was bedeutet „digital kompetent“ überhaupt? Das Thema hat in der Wissenschaft bisher noch wenig Aufmerksamkeit erlangt; noch weniger Modelle und Methoden auf festen wissenschaftlichen Füßen schaffen es dann tatsächlich in die Praxis. Auf der anderen Seite schießen Methoden und Trainings wie Pilze aus dem Boden, die nicht auf einem soliden Fundament aufbauen. Die Kernfrage bleibt: Wie lassen sich Menschen wirksam auf die Herausforderungen des digitalen Wandels vorbereiten? Woran erkennt man, dass jemand digital fit ist für die Zukunft? Ist ein digital kompetenter Mensch jemand, der viel Erfahrung im Umgang mit sozialen Medien hat? Einer, der programmieren kann? Oder gar einer, der sich in agilen Arbeitsumfeldern sicher bewegt?

Kombinationen der verschiedensten Modelle brachten wichtige Erkenntnisse hervor: digitale Kompetenz ist eine Kombination aus Fertigkeiten und Wissen auf der einen Seite und einer positiv offenen und angemessen kritischen Einstellung auf der anderen Seite. Fast alle Versuche, digitale Kompetenz zu trainieren, fokussieren auf Fertigkeiten (z. B. schneller Umgang mit Software) oder Wissen (z. B. Verständnis für IT-Begriffe). Tatsächlich ist genau dieser Fokus oft der Falsche, da fast alle Tools kurzlebig sind und vielmehr die „dahinter liegende“ Eigenschaften trainiert werden sollten.

Die digitale Kompetenz junger Menschen wird deshalb übrigens oft überschätzt: Diese können nämlich zwar Software schnell bedienen, verfügen also über die entsprechenden Fertigkeiten, stehen dem Ganzen aber häufig sehr unkritisch gegenüber. Moderne Methoden zur Erfassung und zur Weiterentwicklung digitaler Kompetenzen müssen folglich sicherstellen, dass der Einstellungsaspekt die Beachtung findet, die er verdient. Ein Beispiel dafür stellt ITB-BIT dar. Dieser Test der ITB Consulting GmbH wurde 2018 entwickelt und erfasst sowohl die Fertigkeiten- als auch die Einstellungsseite. Erste Erfahrungen zeigen, dass die Erfassung der Grundhaltung gegenüber digitalen Medien einen Grundpfeiler sowohl bei der Auswahl geeigneter Mitarbeiter als auch bei der Weiterentwicklung digitaler Kompetenzen bietet. Vielleicht lässt sich schon bald mit ähnlichen Tools Licht ins Dunkel digitaler Kompetenz bringen.

ITB Consulting
Maximilian Sobetzko, HR-Berater
Dr. Alexander Zimmerhofer, Mitglied der Geschäftsleitung

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