Die Sonne und wir – Sonnenbus

Wenn die Sonne scheint, geht es uns gut. Doch die Intensität der ultravioletten Strahlung (UVStrahlung) der Sonne wird immer noch unterschätzt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die UV-Strahlung als krebserregend eingestuft. Sie gilt als größter Risikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Deutschlandweit erkranken daran jährlich rd. 265.000 Menschen, mehr als 30.000 davon an dem gefährlichen malignen Melanom. Dabei sind die UV-Schäden der Haut, die in Kindheit und Jugend erworben werden, maßgeblich dafür verantwortlich, dass Jahre später Hautkrebs entsteht.

Kinderhaut ist besonders gefährdet und benötigt UV-Schutz Die kindliche Haut ist um ein Vielfaches schutzbedürftiger als die eines Erwachsenen. Obwohl die Hautschichten bereits ein halbes Jahr nach der Geburt vollständig entwickelt sind, liegen die Stammzellen, aus denen sich neue Hautzellen entwickeln, bei Kindern sehr viel näher an der Hautoberfläche als bei Erwachsenen und sind somit der UV-Strahlung stärker ausgesetzt. Zudem gibt es beim „Alarmsignal“ Sonnenbrand einen erheblichen Unterschied: Bei Kindern tritt dieser sehr viel später auf als bei Erwachsenen. Die kindliche Haut ist dann bereits geschädigt. Können diese Schäden vom körpereigenen Reparatursystem nicht behoben werden, kann sich daraus Jahre später Hautkrebs entwickeln.

Durch richtigen Sonnenschutz jedoch können Sonnenbrände und damit auch Hautkrebs einfach vermieden
werden. Deshalb gilt es, bei Kindern starke Sonnenbestrahlung zu vermeiden und den UV-Schutz durch Kleidung und Sonnenschutzmittel zu vervollständigen. Was könnte Kinder veranlassen, ihr eigenes Verhalten gegenüber UVStrahlung selbstständig zu ändern?Das Projekt „Die Sonne und Wir – Sonnenbus“ bildet Grundschüler zu UV-Schutzprofis aus

Wie dies erreicht werden kann, zeigt das Projekt „Die Sonne und Wir – Sonnenbus“ des Zentrums für Molekulare Medizin Köln (Universität zu Köln) und der Klinik für Dermatologie (Uniklinik Köln). Unsere Zielgruppe sind Grundschulkinder sowie Lehrer, Pädagogen und Eltern. Unser Ansatz basiert auf einer interdisziplinären Vorgehensweise, um die negativen und positiven Auswirkungen der UVStrahlung auf den Menschen umfassend darzustellen. Da Kinder neugierig sind und mit allen Sinnen verstehen, beobachten und ausprobieren wollen, vermitteln wir mit kindgerechten Experimenten und Demonstrationsmaterialien
naturwissenschaftliche, medizinische sowie kunstund musikpädagogische Inhalte über die Sonne und ihre
Strahlungsarten, die Haut und den Schatten. Mittels eines ntegrativ-inklusiven pädagogischen Ansatzes wird den Schülern ermöglicht, die Zusammenhänge zwischen den drei Superstars „Sonne, Haut und Schatten“ für ein aktives UV-Schutzverhalten selbstständig und erlebnisorientiert zu erarbeiten. Dem interdisziplinären Ansatz folgend lebt das Projekt von der engen Zusammenarbeit des Sonnenbus- Teams, bestehend aus Studierenden und Wissenschaftlern verschiedener Fachrichtungen sowie Ärzten, Mitarbeitern der Kooperationspartner und ehrenamtlich Tätigen. Info-Veranstaltung im Schulsetting

Das Sonnenbus-Team besucht Grundschulen und führt interaktive 90-minütige Info-Veranstaltungen durch. Für einen intensiven Austausch arbeiten die Schüler in Kleingruppen an drei Zirkelstationen: (A) die Sonne und ihre Strahlen, (B) die Haut und die UV-Strahlung und (C) der Schatten und die UV-Strahlung.

Einige Beispiele sind das Experimentieren mit Kunststoffperlen zum „Sichtbarmachen“ der UV-Strahlung, das
Sonnenterrassenspiel zum Finden der UV-exponierten Hautstellen sowie das Arbeiten mit einem magnetischen Hautmodell zum Kennenlernen des Bräunungsvorgangs bis hin zum Sonnenbrand. Das Lied „Clever in Sonne und Schatten“: ein Beispiel für eine musikpädagogische Projektarbeit zum verständlichen UV-Schutz Für zeitlich aufwendigere Vorhaben, wie beispielsweise die Entwicklung von Schattentheaterstücken, der kleinen Buchserie „Unterwegs mit Anna und Max“ oder von Liedern, nutzt das „Sonnenbus-Team“ die Projektwochen oder AGs der Schulen. Das Lied „Clever in Sonne und Schatten“, das mit den Schülern der Liederwerkstatt der GGS/OGS Bachemer Str. (Köln) erstellt wurde, ist ein besonders
anschauliches Beispiel. Über einige Monate hinweg haben sich die Kinder lebhaft mit dem Thema UVSchutz
befasst und kreativ ihre Ideen und Wünsche eingebracht. Das Resultat ist ein Liedtext mit einer Choreographie, der die Komplexität des Themas auf beeindruckende Weise verständlich darstellt. Aufgrund der eingängigen Melodie ist das Mitsingen vorprogrammiert. Über unser Projekt „Die Sonne und Wir – Sonnenbus“ Die Realisierung des Projekts ist ein Verdienst der Rhein-Energie Stiftung Jugend/Beruf, Wissenschaft, die das Projekt von 2012-2014 federführend gefördert hat. Seit 2015 fördert die Deutsche Krebshilfe das Projekt im Rahmen des Gemeinschaftsprojekts „Clever in Sonne und Schatten“ der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V., des Universitäts KrebsCentrums Dresden und
der Deutschen Krebshilfe e.V. mit dem Ziel, nützliches Wissen und praktische Alltagstipps zu Sonnen- und Hautschutz in die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen zu tragen. Seit der Gründung des Projekts hat das Sonnenbus-Team über 6.000 Kinder in Köln und Umgebung zu UV-Schutzprofis ausgebildet.

© Projekt Die Sonne und Wir – Sonnenbus (Foto: Werner Dieckmann)

Dr. Debora Grosskopf-Kroiher, Zentrum für Molekulare Medizin Köln (ZMMK)
Prof. Dr. Dr. Cornelia Mauch, Klinik und Poliklinik für Dermatologie,Uniklinik Köln

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