Erwin Rüddel zu Gast bei BioRiver

Biotechnologie und die Bundespolitik

Etwa 30 LifeScience Unternehmer und BioRiver-Mitglieder diskutierten mit Erwin Rüddel, Mitglied des Bundestages und Vorsitzender des Gesundheitsausschusses, die Gesetzesvorhaben der laufenden Legislaturperiode und weitere spannende, branchenrelevante Themen aus der Bundespolitik.

Unter dem Titel „BioRiver meets Gesundheitsausschuss des Bundestages: Innovationen für eine bessere Gesundheitsversorgung“ traf man sich am Nachmittag des 25. Januar 2019 zu einem intensiven Austausch. „Die Entwicklung neuer Therapeutika durch geeignete Anreize zu fördern, das ist unser Ziel in der Gesetzgebung noch in dieser Legislaturperiode. Die Beispiele AiCuris mit Letermovir und auch die Alzheimer-Therapie des Startups Priavoid waren entsprechend sehr interessant für mich. Die Gründungen Sphairlab und BlackDrop BioDrucker sind weitere plastische Beispiele für das hohe Innovationspotential der Branche. Organisationen wie BioRiver haben einen wichtigen Anteil am Austausch der vielfältigen Industriezweige mit der Politik“, so das Fazit durch Rüddel. Dr. Holger Zimmermann, Mitgründer und CEO der AiCuris Anti-infective Cures aus Wuppertal, präsentierte die Entwicklung des Biotech-Startups als Ausgründung aus dem Weltkonzern Bayer zum mittelständischen Unternehmen mit weiterem Wachstumspotential.
Im internationalen Vergleich ist je nach Land die Förderung der Forschung und Entwicklung für neue Therapeutika sehr unterschiedlich. „Es sollte auch allen bewusst sein, dass eine Medikamentenentwicklung langwierig und sehr kostenintensiv ist und dabei manchmal von einem auf den anderen Tag gestoppt werden muss“, so Zimmermann. „Das hohe Risiko muss insbesondere in vermeintlich kleineren, aber sehr wichtigen Feldern, wie der Antibiotika-Entwicklung, abgemildert werden.“ Aufgrund der gesellschaftlichen Relevanz sollte die Politik hier dringend Anreize zur Forschung und Wirkstoff-Entwicklung schaffen. „Viele Gesetzesinitiativen zu Arbeitnehmer- und Arbeitgeberrechte oder zum Datenschutz gehen von der Potenz eines Konzerns aus. Weder kann ein kleines oder mittelständisches Unternehmen das Rückkehrrecht bei Teilzeitverträgen oder gar ein Anrecht auf Homeoffice einfach so stemmen, noch ist ein interner Datenschutzbeauftragter, der einen besonderen Kündigungsschutz genießt, eine billige gesetzliche Verpflichtung. Hier besteht Änderungsbedarf.“, so Prof. Stephan Wnendt, MLM Medical Labs und geschäftsführendes Vorstandsmitglied des BioRiver e.V. zu den Ausführungen von Herrn Rüddel. „Die durchweg positive Resonanz der Teilnehmer ist ein wichtiger Indikator für unsere Verbandsarbeit“, so Dr. Frauke Hangen, Geschäftsführerin des BioRiver e.V. „Ein ähnliches Treffen mit Abgeordneten des NRW-Landtags könnte als nächster Termin sehr interessant sein.“ Gastgeber des Treffens war das BioRiver-Mitglied Rheinisches Versicherungskontor in Ratingen, das sich auf die Versicherung klinischer Studien spezialisiert hat. Inhaber Marcus Rexfort zeigte sich sehr zufrieden mit dem Erfolg der Veranstaltung. „Das Netzwerk spezialisierter Dienstleister kann in Branchenverbänden zu einem echten Mehrwert und zu neuen Verbindungen führen. Mit diesem Ziel haben wir die Veranstaltung mit BioRiver erfolgreich konzipiert.

Dr. Frauke Hangen
Geschäftsführerin BioRiver

Drucken Drucken