Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie

EXIST – Existenzgründungen aus der Wissenschaft

EXIST ist ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Mit diesem inzwischen 15 Jahre laufenden Programm soll das Gründungsklima an Hochschulen und Forschungseinrichtungen verbessert werden. Gleichzeitig soll die Erfolgsquote der neuen Unternehmen erhöht werden. Das Programm richtet sich an Hochschulabsolventinnen und -absolventen sowie Wissenschaftler und Studierende.

Förderung der Gründungskultur

Nach einem Studium bieten sich verschiedene Perspektiven an, den Lebensunterhalt zu verdienen. Eine Selbständigkeit bzw. die Gründung eines eigenen Unternehmens ist dabei eine Möglichkeit mit vielen Vorteilen.

Eine wichtige Voraussetzung, dies zu erkennen, ist eine gute Gründungskultur an den Hochschulen. Dies erfordert die Verbreitung von „Unternehmergeist“ auf vielfache Weise. Studienbegleitende, praxisbezogene Gründerkurse gehören da ebenso dazu wie die Aufzeigung von Möglichkeiten, Ideen, Erfindungen und Erkenntnisse zur Vermarktung. Aber auch die gelebte Wertschätzung des Unternehmertums gehört zu einer echten Gründungskultur.

Zur Unterstützung des Gründungsgedankens und zur Förderung von Gründungen hat das BMWi inzwischen verschiedene Strategien entwickelt. Diese lassen sich unter drei Begriffen darstellen: Gründerhochschule, Gründerstipendium und Forschungstransfer. Die EXIST-Förderprogramme des BMWi werden durch den Europäischen Sozialfonds kofinanziert.

Gründerhochschule
Aktuell werden Hochschulen durch das BMWi-Programm „EXIST-Gründungskultur – Die Gründerhochschule“ gefördert. An der jüngsten Wettbewerbsrunde hatten sich zahlreiche Hochschulen beteiligt; zwölf von ihnen wurden im Januar 2013 ausgezeichnet und erhalten nun entsprechende Fördermittel.

Im Rahmen des Programms sollen die Schulen in die Lage versetzt werden, hochschulweite Gesamtstrategien zu entwickeln und diese umzusetzen, um eine Gründungskultur und mehr Unternehmergeist zu etablieren. Die akademische Gründungsförderung soll in eine strategische Daueraufgabe überführt werden. Sie werden dabei unterstützt,

  • sich als gründungsprofilierte Hochschule zu positionieren,
  • das Potenzial vor allem an wissens- und technologiebasierten Unternehmensgründungen am Hochschulstandort nachhaltig zu erschließen und
  • unternehmerisches Denken und Handeln unter Studierenden und wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu stärken.

Um dieses Ziel zu erreichen, stellt das BMWi über einen Zeitraum von sieben Jahren rund 47 Millionen Euro bereit.

Das EXIST-Gründerstipendium
Das EXIST-Gründerstipendium unterstützt Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen, ihre Gründungsidee in einen Businessplan umzusetzen. Voraussetzung ist eine innovative, technologieorientierte Idee oder wissensbasierte Dienstleistung als Gründungsidee mit guten wirtschaftlichen Erfolgsaussichten. Die Gründerteams können sich ein Jahr darauf konzentrieren, die Gründung systematisch vorzubereiten. Allein in den letzten fünf Jahren wurden über 600 Gründungsvorhaben unterstützt. Gefördert werden

  • Wissenschaftler/innen aus öffentlichen, nicht gewinnorientierten außeruniversitären Forschungseinrichtungen oder Hochschulen
  • Hochschulabsolventen und ehemalige wissenschaftliche Mitarbeiter/innen (bis zu fünf Jahre nach Abschluss bzw. Ausscheiden).
  • Studierende, die zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens die Hälfte ihres Studiums absolviert haben.
  • Gründerteams bis max. drei Personen. Teams, die sich mehrheitlich aus Studierenden zusammensetzen, werden nur in Ausnahmefällen gefördert.

Gefördert werden Ausgaben zur Sicherung des Lebensunterhaltes, Investitionen und für das Coaching. Interessierte Teams sollten sich mit einem örtlichen Gründernetzwerk in Verbindung setzen. Dort gibt es Detailinformationen und die notwendige Unterstützung zur Antragstellung. Außerdem vermitteln die Netzwerke den für die Umsetzung des Vorhabens notwendigen Coach, der das Team bei unternehmerischen Fragen und der Gründung begleitet und unterstützt.

EXIST Forschungstransfer
Der EXIST-Forschungstransfer unterstützt herausragende forschungsbasierte Gründungsvorhaben, die mit aufwändigen und risikoreichen Entwicklungsarbeiten verbunden sind. Er besteht aus zwei Förderphasen. In der ersten Förderphase geht es um die Weiterentwicklung von Forschungsergebnissen, die das Potenzial besitzen, Grundlage einer Unternehmensgründung zu sein. Ziel ist es, die prinzipielle technische Machbarkeit der Produktidee sicherzustellen und die Gründung des Unternehmens vorzubereiten. In der zweiten Förderphase stehen die Aufnahme der Geschäftstätigkeit sowie die Sicherung einer externen Anschlussfinanzierung des Unternehmens im Fokus.

Gefördert werden können Personalkosten, Verbrauchsmaterialien, Investitionen, Recherchen und Coaching.

In der ersten Förderphase von EXIST-Forschungstransfer sollen Entwicklungsarbeiten zum Nachweis der technischen Realisierbarkeit durchgeführt, Prototypen entwickelt und der Businessplans ausgearbeitet werden. Ziel ist es, am Ende das Unternehmen zu gründen. In der zweiten Förderphase können weitere Entwicklungsarbeiten bis zur Marktreife durchgeführt werden. Ziel ist die Aufnahme der Geschäftstätigkeit sowie die Sicherung einer externen Anschlussfinanzierung des Unternehmens, etwa durch Investoren.

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Foto: Antonia Frebel

Informationen zum Gründerstipendium gibt es auch im RTZ

Impressum

Titelblatt Svetlana Kilian

Cartoons Karsten Schley, toonpool.com GmbH; Antonia Frebel

Fotos BioRiver e. V.; NUK e. V.; Heinz Bettmann; Konrad Beikircher; steps2startup; RTZ Köln GmbH; Reiss Profile Germany GmbH; Alfred J. Hahnenkamp, Gerd Altmann, Gerd Altmann/metalmarious, pixelio.de; Christopher Götz; Brain Agents; Clemens Hess; Biotechnische Studenteninitiative; Thomas Woite; Birgitta Petershagen; ESA, D. Baumbach; DLR

Grafiken Heinz Bettmann, RTZ Köln GmbH; Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie; Life’s’cool

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