Gründungsimpulse

Startups boxen sich durch: Skills eines Gründergeistes

Die inspirierende Philosophie einer Sportlerin in Boxhandschuhen regt zu gedanklichem Tiefgang an: Welche mentalen Fähigkeiten braucht ein Gründergeist und können sich diese durch Training entwickeln und implementieren? Die Bereitschaft, zugunsten der Selbstständigkeit im wahrsten Sinne zu schwitzen, zu bluten und sich täglich erneut zu überwinden, ist determiniert durch die wohl größte intrinsische Motivation als Triebfeder: Ehrgeiz!  

Noch vor dem Schritt zur Umsetzung eines Geschäftsmodells setzen sich erfolgreiche Gründer mit einer Vision auseinander, in welcher sie die Überzeugungen von persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten vereinen. Leistungssport ist ebenfalls nichts für schwache Nerven und braucht Selbstvertrauen. Innovative Ideen ziehen ihre Kreise bis hin zu ersten Handlungswegen. Kann die Boxmentalität zu einem gestärkten Gründergeist einen Beitrag leisten? Der Wunsch nach Entwicklung der Branche im Sinne marketingstrategischer Reform und damit verbundener Selbstverwirklichung dient als treibende Kraft, einen besonderen Weg einzuschlagen.

Die ersten Handlungsschritte Der Groschen fällt mit der handfesten Entscheidung für die Gründung eines Startups: zu einem Standort, zu Verbindlichkeiten, zu Verzicht auf unbeschwerlichere, ruhigere, überschaubarere Karrierewege. Kurz um, eine multiple Investition von Ressourcen mit gezieltem Blick auf eine individuelle Perspektive. Ein Risiko, bei welchem die Wahrscheinlichkeit des Erfolges keine Gewissheit garantiert. Es ist ein Spiel, dessen Herausforderung darin besteht, den Ring zu dominieren und das Match gegen die Kontrahenten zu gewinnen.

Das Training Jede Entscheidung für einen selbstgewählten Karriereweg geht mit organisatorischen Lebensanpassungen einher. Hartes Training zur Leistungssteigerung gehört ebenso dazu wie das Erwerben grundlegender „Spielregeln“. Spezifische Fähigkeiten und Wissen müssen herausgearbeitet werden. Sich in einem anspruchsvollen Training konstant zu disziplinieren bedeutet häufig, die Impulslust zu priorisieren und sich so neuen Möglichkeiten zu öffnen. Die Herausforderung liegt darin, sich immer wieder für dasselbe Ziel zu entscheiden. Das sind diese Momente, die das Selbstbewusstsein nachhaltig stärken.

Schlagabtausch Erst im Sparring gelingt das Erkennen eigener Grenzen. Wie ist es, das erste Mal auszuteilen? Kann ich mich an dieses Setting gewöhnen und kann ich noch unter Konter hinter meiner Idee stehen? Jede Performance ist einmalig und kann nicht zurückgespult werden. Da muss man den eigenen Instinkten vertrauen und das Ziel genau im Blick haben, die Herausforderung annehmen und das Geschehen innerhalb seiner Dynamik kontrollieren. Es gilt, schneller zu reagieren als der andere, beweglich zu sein, die Führhand zuerst zu setzen, mit versierter Cleverness die Sparringspartner zu treiben und geduldig die perfekte Situation abwarten, um den finalen Schlag zu setzen.

Niederlagen Harte Niederschläge sind vorprogrammiert und tatsächlich ein Teil des Prozesses. In jeder bisher nennenswerten Karriere dieses Sports zeichneten sich die Erfolgreichsten dadurch aus, große, lange, harte und niederschmetternde Enttäuschungen überwunden zu haben. Ein vollkommenes Defizit an psychischen Ressourcen zwingt dazu, sich mit gestärktem Selbstbezug und Zuversicht neuen Perspektiven zu öffnen. Denn Fähigkeiten sind hart zu erkämpfen und finden erst in ihrer Anwendung in der Realität Anerkennung. Eine hochklassige Sportlerin zu sein reicht allein nicht aus, physische und kognitive Errungenschaften in hervorragender Perfomance zu präsentieren. Es gilt, sich Plattformen zu schaffen.

Ein Unternehmergeist fällt eben so wenig vom Himmel wie eine ausgebildete Kampfsportlerin. Sicher gibt es Menschen, die ein stärkeres Kämpferherz haben als andere. Und diese Fähigkeiten für einen Gründungsprozess durch Boxtrainingseinheiten zu stählen, ist bestimmt eine gute Übung. Denn Ehrgeiz wird immer Ehrgeiz bleiben.

Verena Kaiser

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