Innovationen richtig positionieren

Mit Strategie ein Leitbild entwickeln

Ein maßgeblicher Faktor für das Bestehen eines jungen Unternehmens am Markt ist die Auseinandersetzung mit der strategischen Ausrichtung. Dies ist leider ein oft vernachlässigter Faktor, wenn es um fachspezifische Innovationen geht. Soll angesichts einer innovativen Produktidee ein Unternehmen gegründet werden, steht in den allermeisten Fällen die eigentliche Produktentwicklung im Vordergrund. Ohne besonderen Anstoß nehmen sich Gründer selten die Zeit, sich traditionellen Managementthemen, wie z. B. der Strategie zu widmen. Gerade der Aspekt der strategischen Positionierung kann aber erfolgsentscheidend sein.

Gründer sollten sich relativ losgelöst von der Produktentwicklung ihrem Leitbild widmen. Die Richtung, in die es gehen soll muss bestimmt werden. Und zwar nicht nur für das Produkt, sondern das Unternehmen insgesamt. Das heißt, Kundenansprüche und -bedürfnisse müssen berücksichtigt werden, die eigenen Fähigkeiten und Potentiale müssen den Weg, den es zu beschreiten gilt, bestimmen. Es müssen Zwischenziele definiert und es muss zielführend gehandelt werden. Nimmt man exemplarisch das Bild eines Bergsteigers, so eignet sich nur für den erfahrenen Bergsteiger der direkte Weg über die Felswand zum Gipfel. Ist man weniger erfahren, ist es ratsamer den zwar langsameren Weg zu beschreiten, so aber sicherer ans Ziel zu kommen.

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Daneben steht eine detaillierte Auseinandersetzung des Wettbewerbs. Die Frage: „Wer ist Wettbewerber?“ allein kann auf den falschen Weg leiten. So kann der Entwickler einer neuen Bio-Limonade durchaus globale Anbieter von Soft-Drinks als Wettbewerber einordnen. Angesichts der fokussierten Zielgruppe kann es jedoch sein, dass seine anvisierte Zielgruppe niemals zu einer Bio-Limonade greifen würde, da bei dem konventionellen Softdrink auch das durch Werbung erschaffene Lebensgefühl konsumiert wird. Identifiziert man die falschen Unternehmen als Wettbewerber, so führt das bei der eigenen Strategie schnell zu einer falschen Ausrichtung – es ist also eine genaue Betrachtung nötig.

Im Rahmen von Unternehmensstrategien kann man vereinfacht drei Grundrichtungen sehen.

  • Individualisierung, wenn es um maßgeschneiderte Produkte oder Dienstleistungen für den Kunden geht,
  • Massenprodukte, bei denen es auf den Preis ankommt, und
  • die Strategie der Überlegenheit, welche bei klassischen Innovationen zum Tragen kommt.

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Der Konkurrenzkampf ist häufig mit dem Wettbewerber am intensivsten, dessen Produkte sich dem eigenen am meisten ähneln, also die gleiche Zielgruppe bedienen wollen. Daher sollte stets neben der genauen Unternehmensbetrachtung des direkten Wettbewerbers auch dessen Strategie beleuchtet werden.

Wenn man weiß, worauf die Konkurrenz setzt, kann man für sich selbst Ziele und Maßnahmen definieren. Dabei gilt es nicht der Versuchung zu erlegen, gleich mehrere Strategien umzusetzen. Eine klar definierte Strategie und eine entsprechende Fokussierung versprechen den größten Erfolg. Sie erlaubt einerseits eine klare Positionierung und ermöglicht es andererseits sich vom direkten Wettbewerber erfolgreich abzugrenzen.

Wir wünschen viel Erfolg – mit Innovation und Positionierung!

http://www.hlp-group.com

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Ronald Meier, Geschäftsführender Gesellschafter, HLP opecon GbR

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Joanna Menge, Junior Consultant, HLP opecon GbR

 

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