Liebe RheinZeiger-Leser

Die Trends dieser Zeit sind vielfältig. Vielfältig klingt gut, eröffnet es doch auch viele Möglichkeiten und verschafft uns viel Freiheit. Und da gefällt es uns, in dieser Zeit zu leben. Wir können jederzeit und zu allen Fragen selbst entscheiden, was gut für uns ist.

Können wir das wirklich? Hat sich hier im Laufe der Zeit etwas geändert? Konnte beispielsweise die Landwirtschaft entscheiden, was gut ist für die Ernährung des Menschen? Eine meiner Beobachtungen ist diese: Ich bin auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen. Hier lieferten uns glückliche Hühner so viele Eier, dass wir sie verkaufen konnten – zum Stückpreis von 25 Pfennigen. Und diese Eier waren sehr gefragt. Heute, 50 Jahre später, lebe ich schon lange nicht mehr auf dem Hof. Heute verkaufe ich keine Eier mehr, heute kaufe ich sie, auch im Supermarkt. Ich habe die Freiheit zu entscheiden, „normale“ Eier für 18 Cent zu kaufen oder „Bio-Eier“ für 25 Cent.

Macht mich das nun glücklich? Oder die Hühner? Worüber reden wir hier eigentlich? Es ist der nicht mehr ganz neue Trend zur Nachhaltigkeit, zur „Green Economy“. Gut. Manche sagen mir, dass diese Welt doch inzwischen so wunderbar ist, dass wir uns diesen Luxus leisten können. Luxus? Ist Nachhaltigkeit Luxus? Luxus ist im Allgemeinen teurer. Ist ein Ei für 25 Cent teuer? Diese „moderne“ Welt – wir haben nur diese eine Welt – stellt uns auch bei anderen Produkten vor ähnliche Entscheidungen.

Wir reden darüber, wie wir weitere Innovationen auf den Weg bringen, wie wir diese Welt weiter modernisieren können. Aber was ist modern, was ist innovativ? Wir müssen vieles neu denken, auch die Ernährungsweise, auch die Landwirtschaft. Wohin wollen wir die Ernährung, das Leben des Menschen hin entwickeln? Wir haben uns in der letzten Kalker Tafelrunde zum Thema „Nachhaltigkeit“ darüber unterhalten. Wer dabei war, hat gehört, wie unendlich wichtig genau diese Diskussion ist. Die weitere Entwicklung dieser Welt geht uns alle an. Deshalb brauchen wir umfassende Kommunikation über jede Innovation. Auch und gerade bei der Ernährung. Über Innovationen zu diskutieren ist mein Job im RTZ. Dabei stehen Fragen zum Kundennutzen und zu Qualität und Wertschöpfung immer im Mittelpunkt. Diese sind schließlich die zentralen Bestandteile eines jeden Geschäftsmodells.

Deshalb sind diese Fragen auch gute Fragen. Und wichtige. Schließlich wollen alle Gründer/ innen zur Weiterentwicklung dieser Welt, zur Lebensqualität des Menschen, etwas Gutes beitragen. Und das ist eben auch möglich im Bereich der Nahrungsmittel. Auch die Landwirtschaft kann innovativ und nicht nur nachhaltig sein. Acáo, Appléritif und Trinkkost sind nur drei Beispiele, die zeigen, dass Innovation und Nachhaltigkeit zusammenpassen.

Wir sollten deshalb unserem Streben Nachhaltigkeit verschaffen, selbst zu entscheiden, was gut für uns Menschen ist. Das sind wir uns doch wert, oder?

Ihr Heinz Bettmann | Geschäftsführer des RTZ

 

 

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