Liebe RheinZeiger-Leser

Seit nunmehr fast 18 Jahren beschäftigen wir uns im RTZ mit Gründern – oder, wie man heute oft zu sagen pflegt, mit Startups.

Seit einiger Zeit befinden wir uns aber immer häufiger in einer Diskussion darüber, ob es nun Gründer sind oder Startups. Ja, dieses Thema beschäftigt uns. Ist diese Frage nun wichtig oder eher akademisch?

Die Antwort könnte ein klares „sowohl als auch“ sein. Wir kümmern uns um Gründer. Ist das Unternehmen erst einmal gegründet, sind die Gründer keine Gründer mehr, sondern Unternehmer (oder Unternehmerinnen). Und deren Unternehmen leben (und wachsen hoffentlich) in der harten Wirklichkeit des Marktes wie andere Unternehmen auch und durchlaufen, übrigens genauso wie ihre Produkte, einen Lebenszyklus. Die Phasen dieses Lebenszyklus sind Ihnen sicher bekannt. Wir kennen dies bei allen alltäglich von uns genutzten Produkten: Sie sind anfangs neu und sehr gefragt, später gebraucht, nicht mehr ganz „up to date“ und weniger gefragt, und schließlich müssen sie ausgetauscht oder modernisiert werden.

Wie formulierte es ein Mann mit dem bezeichnenden Namen Charles Grow: „Wenn etwas aufhört zu wachsen, beginnt es zu sterben“.

Wir kennen das auch bei Unternehmen. Nur: Was hat das mit der Frage „Gründer oder Startup“ zu tun? Es gehört wohl tatsächlich zur etwas akademischen Betrachtung des Lebenszyklus eines Unternehmens: Es wird gegründet, ist dann ein junges (Wachstums-) Unternehmen; wird zu einem etablierten Unternehmen und erlebt schließlich, wie das Wachstum rückläufig und vielleicht sogar negativ wird. Dann ist so etwas wie Revitalisierung oder Neustrukturierung gefragt.

Denkt man als Gründungsberater vertieft über diese Frage nach und hört sich in der Szene um, kommen ganz neue Definitionen von Startups ins Spiel. Da ist die Rede von jungen Unternehmen in den Bereichen IT, Medien, E-Commerce oder Softwareentwicklung. Ein Biotechnik-Gründer-Unternehmen ist also kein Startup? An anderen Stellen kann man lesen, dass ein typisches Startup-Unternehmen sicher in einer Garage gegründet wurde und wohl kaum eine neu gegründete Bäckerei ist. Neu gegründete Handwerksbetriebe sind also keine Startups?

Erlauben Sie mir diese Frage: Ist diese Definitions-Diskussion nicht überflüssig?

Im RTZ haben wir viele neu gegründete Unternehmen von der Erstellung des Businessplans über die Gründung bis zur Etablierung im Markt begleitet. Zu den Gründungsideen gehörten sowohl technische Innovationen als auch soziale, Design-Produkte und auch durchaus schmackhafte neue Produkte. Wir haben sie alle als Startups betrachtet, und sie sich selbst wohl auch. Probleme gab es damit nicht. Warum auch? In allen Fällen folgte nach der Gründung so etwas wie Aufbau und Wachstum. Das Unternehmen im Zenit zu halten erforderte immer wieder Modernisierungen – am Produkt, an den Ideen oder am Unternehmen.

Fazit: Nach der Gründung, quasi dem „point of no return“, folgt die Wachstumsphase und ein schnelles Erreichen des „return of invest“. Wir wünschen uns, dass so aus allen Startups „Hidden Champions“ werden. Hoffentlich!

In diesem Sinne

bettmann_blau

 

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