Selbstmanagement für Gründer

Kluge Entscheidungen und gute Prioritäten

 

Endlich eine Struktur für die Ablage finden. Mehr aus sich herausgehen und die wichtigen Akquiseanrufe tätigen. Lernen, die richtigen Prioritäten setzen. Das sind oft die Vorstellungen vieler Seminarteilnehmer, wenn es um das Thema Selbstmanagement geht. Man könnte auch sagen, sie wollen lernen, sich selbst besser zu  kontrollieren, denn für viele ist das Ziel mit Disziplin und vor allem mit Einschränkungen verbunden.

Lernen „vernünftig“ zu handeln, klingt sehr erstrebenswert, bleibt oft in der Realität aber ein unerreichbares Ziel. Viel zu schnell holt uns der Alltag wieder ein und die tägliche Routine überlagert jeden neu gefassten Vorsatz. Die Selbstkontrolle hat mal wieder versagt – ein unbefriedigendes Gefühl.

Doch es gibt auch noch einen anderen Weg. Der heißt Selbstregulation. Über motivierende Ziele wird eine langfristige Transformation von Verhalten mit Hilfe von unbewussten Bedürfnissen angestoßen. Zunächst hilft dabei, das eigene Verhalten zu beobachten und festzuhalten: was für eine Struktur liegt meinem Verhalten zugrunde? Welche Emotionen steuern mein Verhalten? Welche Bedürfnisse und Wünsche verbergen sich hinter meinem Verhalten?

Anschließend lässt sich der Veränderungswunsch formulieren: Wann ist mein Verhalten für meine beruflichen Ziele nicht förderlich? Wie möchte ich mich verändern? In welchen Situationen brauche ich ein anderes Verhalten? Wichtig ist, die zuvor identifizierten Bedürfnisse nicht zu übergehen oder gar zu verteufeln. Zuletzt wird ein motivierendes Ziel formuliert. Es entsteht eine neue Haltung bestimmter Aufgaben gegenüber und dadurch nach einer gewissen Zeit ein automatisiertes, verändertes Verhalten.

Neben großen Verhaltensänderungen geht es im Berufsalltag oft auch um die vielen kleinen Entscheidungen, die insbesondere in der ersten Gründungsphase zu treffen sind: Will ich mit einem Kooperationspartner zusammenarbeiten? Bin ich bereit, weite Strecken mit dem Auto zu pendeln? Kann ich die zusätzlichen Aufträge alleine bewältigen? Sogenannte Somatische Marker helfen, Situationen als „gut“ oder „schlecht“ für uns einzustufen, basierend auf unseren bisherigen Erfahrungen. Sie senden einfache Signale nach dem Muster „Stopp“ oder „Go“. Da wir insbesondere im Beruf gewohnt sind uns allein auf unseren Verstand zu verlassen, bleiben diese emotionalen Signale oftmals außer Acht. Der Verstand ist sehr wertvoll im auswerten der Erfolgsaussichten einer Entscheidung, kann jedoch keine Aussage darüber treffen, ob uns der Erfolg und seine Auswirkungen auch „gut tun“.

Kluge Entscheidungen sind deshalb ein Abwägungsprozess zwischen Verstand und Intuition. Über regelmäßige Rückmeldeschleifen zwischen Verstand und Intuition werden tragfähige Entscheidungen getroffen, die über aufkommende Hindernisse und Probleme hinaus Bestand haben. Wer emotionale Reaktionen in seine Entscheidungen einbezieht, gewinnt Selbstsicherheit im Auftreten. Der Mensch wirkt entschlossener und kann andere Menschen mit seiner Begeisterung anstecken und mitziehen. Diese Ausstrahlung ist es, die einen erfolgreichen Unternehmer auf Dauer ausmacht.

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Ann Kristin Barth unterstützt Individuen und Teams dabei, nachhaltig erfolgreich zu sein, ohne auszubrennen. Sie begleitet sie auf dem Weg zu einer ganzheitlichen Lebensführung und einem gesunden Zeit- und Selbstmanagement.
www.barth-coaching.de

Startfoto: © fotolia.com/Trueffelpix

 

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