Von Entrepreneuren und Intrapreneuren

HLPgroup nutzt den Spirit des RTZ für Frühjahrstagung

Seit inzwischen vier Jahren pflegt die HLPgroup einen engen Kontakt zum Rechtsrheinischen Technologie- und Gründerzentrum Köln. Regelmäßig wurden die von HLP durchgeführten Gründerseminare im Rahmen des EXIST-Programms im RTZ durchgeführt. Die Teilnehmer und die HLP Referenten wussten dabei stets die herzliche Atmosphäre und den besonderen Geist des RTZ zu schätzen.

Das sollte den weiteren Kollegen der HLPgroup nicht vorenthalten werden und so fand im Mai die diesjährige Frühjahrstagung im RTZ statt. Die HLPgroup ist ein Zusammenschluss von 17 Beratungsgesellschaften, die sich mit unterschiedlichen Schwerpunkten allesamt der Managementberatung widmen. Unter dem Slogan „complementary management consultants“ werden die Leistungsfelder der einzelnen Partner systematisch gebündelt.

Besonders wichtig ist den Beratern dabei der Wissens- und Erfahrungsaustausch. Das geschieht einerseits über Publikationen und Veranstaltungen nach außen, aber natürlich über die Group-Treffen auch nach innen. Die diesjährige Frühjahrstagung stand dabei inhaltlich unter dem Motto „Vom Entrepreneurship zum Intrapreneurship“ und bildete den Startschuss für das zentrale Group-Thema im nächsten Jahr.

Dr. Heinz Bettmann hatte als RTZ-Geschäftsführer die Keynote zu Beginn der Tagung übernommen. Seine lebendige Vorstellung, welches Leistungsspektrum die Entrepreneure in seinem Haus abbilden und wie unkonventionell dabei vielfach vorgegangen wird, war die passende Motivation.

In intensiven Gesprächen und Workshops wurde dann eineinhalb Tage in Köln-Kalk erörtert, wie die besondere Dynamik und Innovationsfreude von Entrepreneuren auch auf größere Unternehmen übertragen werden kann.

Entstanden ist dabei ein Workshop-Programm, das ab Herbst 2016 bei Großunternehmen umgesetzt wird. Gezielt werden Mitarbeiter einer größeren, hierarchischen Organisation geschult und qualifiziert, um in ihrem Umfeld die Aufgabe des Intrapreneurs anzunehmen. Damit hat der besondere Spirit des RTZ und seiner Gründer nicht nur die HLP Berater inspiriert, sondern wird auch künftig in das eine oder andere größere Unternehmen getragen.
Verantwortung – Moral & Compliance
Ein spannendes, hochaktuelles und zugleich sensibles Thema wurde am 6. Juni 2016 im Frankfurter Gallus Theater kontrovers diskutiert: Brauchen wir Compliance? Brauchen wir ein Regelwerk für Wohlverhalten
oder reicht das heutige (freiwillige) Wertesystem aus? Regeln kann man brechen. Was ist korrektes Handeln? Und wer übernimmt Verantwortung für das Handeln? Grundverschiedene Standpunkte prallten
durchaus hart aufeinander.

Im moderierten Diskurs wurden die gegensätzlichen Thesen anhand von Leitsätzen pointiert: Dr. Helmut Geiselhart (Managementtrainer, Philosoph) postulierte: „Moral ist unbestechliche Werthaltung und gibt den Maßstab für einwandfreies Verhalten; Compliance-Regeln gelten
nur für den, der sie akzeptiert und sich daran hält!“ Dr. Martin Schmidt (Jurist, Senior Counsel Deutsche Bahn) hielt dagegen: „Compliance ist ein konkreter Maßstab, an dem sich alle gleichermaßen orientieren
sollten; Moral ist subjektiv und öffnet Tür und Tor für Willkür!“

Gilt also die These von der funktional-differenzierten Gesellschaft, die den Handlungsspielraum definiert, und Beiträge aus Philosophie, Psychologie und Theologie bieten Anregungen für moralisches Handeln? Oder ist dies die richtige Sichtweise: Moralvorstellungen einzelner Mitarbeiter und Moralvorstellungen einzelner Unternehmen taugen nicht dazu, ein funktionsfähiges Wirtschaftsleben sicherzustellen – nicht allein!“
Es war eine spannende Diskussion, auch mit dem Publikum – als Diskurs naturgemäß aber ohne Ergebnis. Die Positionen der Referenten, Initiatoren und Diskurs-Teilnehmer sowie weiterer Experten zu diesem Thema werden im neuen HLP Booklet „Verantwortung – Moral oder Compliance“ nachzulesen sein.

 

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