Wie NRW Start-ups fördert

Nordrhein-Westfalen steht für eine starke Kombination aus etablierten Industriekonzernen, schlagkräftigen Mittelständlern, innovativen Gründern und exzellenten Universitäten. Durch eine Verbindung der starken technologischen Basis mit den Ideen junger, kreativer Start-ups kann eine große Innovationskraft freigesetzt werden und damit die Chance, Arbeitsplätze zu sichern und neue, zukunftsfähige zu schaffen.

Selbstfahrende Busse, fernsteuerbare Hausgeräte, online vernetzte Kuhställe und Forscher, die aus Drohnen Briefträger machen: Innovationen wie diese sind Schlüsselfaktoren für das Wachstum und die Beschäftigung in
Nordrhein-Westfalen. Die Innovationsfähigkeit unserer kleinen und mittleren Unternehmen hat unseren Wohlstand entscheidend mitbegründet und uns robust durch die jüngste Wirtschaftskrise geführt. Wenn wir in Nordrhein-Westfalen Innovationsträger und Garant für Wohlstand in Deutschland und Europa bleiben wollen, brauchen wir mehr denn je neue Ideen, Erfindungen und Entwicklungen. Insbesondere Wissens- und technologieintensive Gründungen in den Bereichen Energie der Zukunft, neue Mobilität und Industrie 4.0 verbreiten Innovationen in der Gesellschaft, erzeugen wirtschaftliches Wachstum und schaffen Arbeitsplätze. Damit stärken sie die Wettbewerbsfähigkeit einer Region. Die Standorte Aachen, Bonn, Köln und Düsseldorf bieten eine hervorragende Basis für ein „Rheinland Valley“. Das Gründungsgeschehen, hier wie in anderen Landesteilen, muss allerdings durch einen intensiveren Austausch zwischen jungen und etablierten Unternehmen und Investoren dynamisiert werden. Die sechs Digital-Hubs wie auch die Inkubatoren, die das Land unterstützt, dienen als Brücke zwischen Unternehmen und innovativen Start-ups.

Elektronische Gewerbeanmeldung
Die Landesregierung möchte das Gründen einfacher, digitaler und schneller machen, damit letztlich mehr Zeit für das Kerngeschäft bleibt. Unter dem Motto „Gründen vom Sofa aus“ können so Unternehmerinnen und Unternehmer ihre Gewerbeanzeige über die Webseiten der Wirtschaftskammern und das neue „Gewerbe-Service-Portal.NRW“ an die Ordnungsbehörden versenden.

Gründerstipendium.NRW
Darüber hinaus konzentrieren wir uns bei unseren Fördermaßnahmen auch auf die Start-up-Finanzierung. Laut Studien ist für Entrepreneure das enorme finanzielle Risiko ein wesentliches Hemmnis. Staatliche Förderangebote werden häufig wegen des hohen bürokratischen Aufwands nicht in Anspruch genommen oder es fehlen Angebote für hochinnovative neue Geschäftsmodelle. Das wollen wir ändern.

Die Landesregierung bietet die finanzielle Sicherheit, damit innovative Idee auch realisiert werden können. Das neue Gründerstipendium.NRW wird gleichermaßen für Vorhaben mit technischen Produkt- oder Prozessinnovationen oder innovativen Dienstleistungen gewährt und die Förderung so unbürokratisch wie möglich gestaltet. Gefördert werden so bis zu drei Gründerinnen und Gründer pro Vorhaben über einen Zeitraum von einem Jahr mit jeweils 1.000 Euro pro Monat.

Erhöhung des Wagniskapitals
Auch bei den VC-Mitteln legen wir kräftig zu. In einem ersten wichtigen Schritt hat die landeseigene NRW.BANK ihr Engagement für Risikokapital deutlich ausgeweitet. Für technologiebasierte Start-ups stehen 214 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung – dies entspricht nahezu einer Verdoppelung der bisherigen Gelder. Sie mobilisieren in erheblichem Umfang private Töpfe, da auf jeden investierten Euro der NRW.BANK bis zu vier Euro privates Chancenkapital kommen.

Förderung von Innovationen
Unter der Landesinitiative Digitale Wirtschaft NRW bündeln wir sechs DWNRW-Hubs und zehn regionale Netzwerke. Sie sind wichtige Multiplikatoren, um junge und etablierte Unternehmen und Investoren zusammen zu bringen. Vielfältige Veranstaltungsformate, wie das NRWHub Battle oder der A-Summit und der DWNRW-Award, unterstützen die Vernetzung. Um Wissens- und technologieintensive Gründungen bedarfsorientiert mit Branchenerfahrung und Marktwissen zu unterstützen, haben wir unter der Dachmarke Innovationslabore NRW fünf spezialisierte regionale Netzwerke am Rhein, in Ostwestfalen-Lippe, in Südwestfalen, im Münsterland sowie im westfälischen Ruhrgebiet ins Leben gerufen. Auch Gründungen aus Hochschulen heraus benötigen eine auf ihre Situation hin maßgeschneiderte Hilfe. Diese bieten die Förderinitiative „Start-up-Innovationslabore-NRW“ sowie das Förderprogramm „Start-up-Hochschul-
Ausgründungen“. Das letztgenannte Landesprogramm fördert innovative Vorhaben mit bis zu 240.000 Euro für eine Dauer von bis zu 18 Monaten. Um die verschiedenartigen Innovationen und den großen Beitrag zu würdigen, den Unternehmerinnen und Unternehmer am Wachstum unseres Land leisten, loben wir gemeinsam mit der NRW.BANK den GRÜNDERRPREIS NRW aus. Der mit insgesamt 60.000 Euro dotierte Preis richtet sich an junge Unternehmen und Freiberufler aus den Bereichen Handwerk, Industrie sowie Dienstleistung, deren Gründung ein bis maximal fünf Jahre zurückliegen und die ihren Hauptsitz in Nordrhein-Westfalen haben. Mit diesen und vielen anderen Maßnahmen arbeiten wir mit Leidenschaft daran, Nordrhein-Westfalen zum begehrtesten Start-up-Standort Europas zu entwickeln. Dabei bauen wir auf den sich äußerst dynamisch entwickelnden Eco-Systemen für Gründerinnen und Gründer in den jeweiligen Städten und Regionen sowie dem einzigartigen Engagement privater Akteure und Initiativen auf. Gemeinsam schaffen wir beste Bedingungen für die kreativen Köpfe und unternehmerischen Kräfte, mit denen Nordrhein-Westfalen zum Start-up-Land Nr. 1 aufsteigt.

Foto: Kick Off zum Gründerpreis 2018

Professor Dr. Pinkwart http://www.wirtschaft.nrw

 

 

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