Ausgabe 34, Oktober 2019

Das RTZ hat am 8. Mai 2019 sein Jubiläum gefeiert: 20 Jahre RTZ in Köln. Da wurde  viel diskutiert über Innovationen, über kreative Ideen der Gründer in diesem Lande.  Und über deren Finanzierung. Da war auch viel Leidenschaft in der Diskussion. Die Gespräche  schwankten zwischen dem Stolz auf all das was erreicht wurde, auf das innovative  Land in dem wir leben, und ein paar offenen Fragen, etwa zur Finanzierung der  Startups oder zum Stand der digitalen Infrastruktur in diesem Lande.  Es ist sicher kein Zufall, dass ich zum „Technologieland“ Deutschland gerade jetzt eine  Menge Diskussionen führe. Wir diskutieren über all die tausend Ideen, die tausend  Innovationen,  die da sind. Was wird aus Ihnen?

Da ist der Breitbandausbau, der deutlich  zu langsam in Gang kommt. Es gibt Regionen mit einer Downloadrate von 0,5 Mbit.  Wohlgemerkt: in Deutschland!  Wir sind – übrigens seit vielen Jahren – im Zeitalter der Digitalisierung. Wenn wir das mit dem Innovationsland  Deutschland ernst meinen, brauchen wir wohl in wenig mehr Engagement. Gründer machen uns das vor. Oder  wollen wir das in Wirklichkeit gar nicht? Ist das Strategie? Sind wir eben doch zu gründlich? Oder verlieren wir  den Anschluss an den Rest der Welt? 

Naturgemäß hat man es in einem Gründerzentrum zumeist mit dem Problem Pre-Seed-Finanzierung zu tun.  Startups bekommen ihr Vorhaben nur selten über Darlehen finanziert. Und auf der Straße liegt das Geld auch  nicht immer. Da bleibt den Gründern außer „FFF“ zumeist nur langes Warten. Vielleicht zeigt das Modell Baden-  Württemberg den Weg?  In diesem Land gibt es viele kreative Menschen mit innovativen Ideen. Die müssen sich mit dem wenig beliebten  Unternehmertum anfreunden und viel „Learning by doing“ betreiben. Im Biotechnologie-Report 2019 von  Ernst & Young kann man nachlesen: Innovationen … sind möglich, wenn die Faktoren marktgetriebene Ideen,  Unternehmertum und Kapital zusammenkommen.

Peter Heinrich, Vorstand BIO Deutschland, formuliert das so:  „Um die positiven Aspekte des Gründens zu fördern, müssen wir in Deutschland eine Kultur des Mutes, der  Neugier  und der Risikobereitschaft schaffen“ Holger Bengs formuliert im CHEManager August 2019: Gründer  gibt es nicht im 3D-Druck. Wir müssen … auch gesellschaftlich einen Gründergeist entwickeln.  Fragt man die politischen Parteien in Deutschland, wie genau das bewerkstelligt werden kann, sind die Antworten  irritierend. Warum ist das so? Wir sind doch das Volk der Dichter und Denker. Und wir können doch  Unternehmertum. Wir können auch Innovationen, oder? Interessant hierzu der Beitrag in Startup Valley News  vom 19.08.2019: Startups können die Welt verändern, nicht die Politik. Die Welt dreht sich weiter, die Menschheit  wächst. Wo ist die Vision? 

Mein Vorschlag: Lassen Sie uns Zukunft neu denken und etwas unternehmen. Und dieses unternehmerische  Denken dürfen wir durchaus auch unseren Nachfolge-Generationen vermitteln. 

In diesem Sinne  Ihr Heinz Bettmann | Chefredakteur   

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