Artikel aus RheinZeiger - Ausgabe 37

Gründer- und Innovationsstudie 2020

Die Gründer- und Innovationsstudie 2020

Digitalisierung und das Miteinander von Startups und Mittelstand

 

Gründer- und Innovationsstudie 2020

 

Über die Zusammenarbeit von Startups und mittelständischen Unternehmen wird in den letzten Jahren viel geredet. Auch im RheinZeiger war dies immer wieder Thema. So auch heute. Wenn über Digitalisierung geredet wird, fal-len immer auch die Stichworte Agilität, Innovationsmanagement, Effizienz, Lernende Organisationen und Zukunftsorientierung. Es gibt seit einiger Zeit einige Herausforderungen, die aber auch mit Chancen verbunden sein können. Welches Bild zeigt sich derzeit in der Wirtschaft?

 

Vielleicht war es das Virus, das so viele Diskussionen ausgelöst hat. Fest steht, dass die Wirtschaft sich derzeit mit einer Reihe von Herausforderungen beschäftigen muss. Außer der – eigentlich seit einigen Jahren – fortschreitenden Digitalisierung wird das Geschehen deutlich geprägt eben von der Corona-Pandemie, aber auch Erscheinungen wie der Klimawandel und die Bewusst-seinsveränderungen bei den Menschen finden Beachtung und zeigen Wirkung. Nicht zuletzt wird das Wirtschaftsleben durch politische Irritationen beeinflusst. Viele Mittelständische Unternehmen hatten ein durchaus gut laufendes Geschäft, doch spätestens seit Corona ist Vieles anders. Nun werden allüberall neue Wege gesucht.

 

Vor diesem Hintergrund wurde die „Deutsche Gründer- und Innovationsstudie 2020“ aufgestellt. Sie untersuchte das Kooperationsverhalten deutscher Unternehmen und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen. An der Studie waren das Portal Gründerszene, die KPMG Venture Services und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) beteiligt. Das Ergebnis wurde am 16. Dezember 2020 vorgestellt.

 

Schlüsselergebnisse

 

1.         Formen der Zusammenarbeit gibt es viele. Seitens der Unternehmen sind sowohl Events als auch Acceleratorprogramme gefragt. Die Startups suchen hingegen häufig strategische Partner.

 

2.         Die Unternehmen schätzen die Kreativität der Startups hinsichtlich Innovationen und Geschäftsmodellen. Die Startups profitieren von den Netzwerken, den Vertriebskanälen und der langjährigen Erfahrung der Unternehmen.#

 

3.         Zu den wichtigsten Grundlagen für eine Kooperation gehören auf beiden Seiten das Vertrauen, eine kooperative Denkweise und das Bewusstsein über die Rahmenbedingungen wie Ziele, den Mehrwert und die Disziplin der Zusammenarbeit.

 

4.         Bestätigt wurden die aus früheren Untersuchungen (vgl. RheinZeiger 35) schon bekannten Herausforderungen wie Mentalitätsunterschiede und die Bürokratie. Darüber hinaus ist die hohe Erwartungshaltung gerade auf Unternehmensseite eine Schwierigkeit.

 

5.         In etwas mehr als 50 % der Kooperationen konnten die auf den beiden Seiten gesteckten Ziele erreicht werden  (aber eben auch nicht mehr …).

 

6.         Auf jeden Fall erweitern die Kooperationen die Kompetenzen der Mitarbeiter/innen auf beiden Seiten. Dies stärkt das Know how der Unternehmen und fördert agile Arbeitsprozesse, was wiederum auch den Digitalisierungsgrad der Unternehmen befördert.

 

7.         Die Startups profitieren in dieser Zusammenarbeit von ihren starken Innovationsdenken und ihrer hohen Flexibilität. Beides sind von den Unternehmen gesuchte Qualitäten, und eben diese fördern damit die weitere Zusammenarbeit.

 

8.         Durch die Kooperation wird in vielen Fällen die Digitalisierung der Unternehmen und damit das Onlinegeschäft stark befördert.

 

9.         Einige Herausforderungen zeigten sich als „echte“ Hürden, die teilweise nur schwierig zu nehmen sind. Hierzu gehören das knappe Budget bei Startups, fehlendes Engagement, Unterschiede in den Unternehmenskulturen (und die werden maßgeblich von allen Beschäftigten geprägt), Interessenskonflikte, unklare Verantwortlichkeiten oder starre Organisationsstrukturen.

 

Am Ende der Studie gibt es, abgeleitet aus den Ergebnissen 4 konkrete Empfehlungen:

 

1.    Ziele klar definieren und nicht aus den Augen verlieren

 

2.    Vertrauen und Wir-Gefühl schaffen; Potenziale und Erfolgsfaktoren erkennen, dokumentieren und fördern

 

3.    Herausforderungen formulieren und konstruktiv gemeinsam bewältigen; dazu gehören die Bürokratie, Mentalitätsunterschiede und Erwartungshaltungen

 

4.    Selbsteinschätzung bezüglich angestrebtem Ergebnis und Erwartungen ehrlich prüfe

 

 

Die komplette Studie steht hier zum Download bereit:

 

https://cdn.businessinsider.de/wp-content/uploads/2020/12/202012_DGIS_Studie.pdf

 

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