Konferenz 2025
Wenn Technologie auf Tatkraft trifft
Die Konferenz
Hinterland of Things 2025
erhielt im vergangenen Jahr in der Stadthalle Bielefeld eine neue Bühne. Am 5. Juni 2025 werden erneut 2.500 Gäste aus der Tech- und Startup-Szene, dem deutschen
Mittelstand und der Investorenwelt erwartet, um wirtschaftliche und technologische Zukunftsthemen zu diskutieren.
Wenn Technologie auf Tatkraft trifft
Zum siebten Mal brachte die Hinterland of Things Konferenz in Bielefeld über 2.000 Gestalterinnen und Gestalter sowie Taktgeberinnen und Taktgeber der deutschen Technologie-Szene und Wirtschaft zusammen. Das Motto „Wenn Technologie auf Tatkraft trifft“ setzte Töne. Die wirtschaftliche Zukunft unseres Landes muss mutig neu gestaltet und mit klugen Strategien wieder ins Wachstum geführt werden.
Die Konferenz war gefüllt mit zukunftsweisenden Themen und zahlreichen Diskussionen und Statements dazu. Die Wirtschaft klagt über eine Rezession und sucht nach neuen Ansätzen für Wachstum. Die weltpolitische Lage könnte eine Chance für die deutsche Wirtschaft darstellen. Wir versuchen eine Zusammenfassung, und formulieren zu verschiedenen Themen unsere Anmerkungen oder Kommentare.
Unsere Zusammenfassung beschreibt verschiedene Themen oder „Töne“, die auf der Konferenz im Mittelpunkt standen.
SOUVERÄNITÄT, TECHNOLOGIE UND TALENTE - DER DREIKLANG FÜR EINE NEUE WIRTSCHAFTSKRAFT
Zur Lage in Deutschland äußerten sich Alexandra Kohlmann, Geschäftsführerin der ROWE Gruppe, Tina Dreimann, Co-Founder & Managing Director Better Ventures und
Sebastian Pollok, Founding Partner Visionaries Tomorrow. Da war davon die Rede, dass wir aus dem Quark, vielleicht auch aus dem Quak, kommen müssen und dass die Wertschöpfungskette unter Druck
kommt. Investorin Nazanin Daneshvar beklagt die infolge Überregulierung und Bürokratie bestehende Langsamkeit. Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, wünscht sich mehr
Bewegung und bessere (digitale) Bildung beim Talent-Nachwuchs. Fernride-Gründer Hendrik Kramer ist überzeugt, dass Europa die Autonomie meistern muss.
Kommentar:
Es zeigt sich ein seltsames Bild in Deutschland. Die Großindustrie ruft nach dem Staat, der Mittelstand leidet unter anderem an der Situation in der Großindustrie.
Wir vermissen, ins-besondere bei der Großindustrie das Unternehmertum. Vielleicht meinte Dominik Gross, CEO der Founders Foundation und Gastgeber der Konferenz dies mit seinen Anmerkun-gen, dass
wir aus der Form geraten sind und dass die Probleme Made in Germany sind – so könnte man es jedenfalls ganz treffend formulieren. Deutschland als Forschungs- und Technologiestandort hat
eigentlich große Chancen, muss aber ins Handeln kommen, muss sich seiner Stärken besinnen. Und Wachstum? Was ist damit gemeint? Hier müssen wir dringend Wirtschaft neu denken.
Zutreffend war die Diskussion von Sven Weizenegger, Leiter des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, mit Stefan Röbel, Co-Founder & COO ARX Robotics, über die
Chancen neuer Wachstumsfelder: „Startups sind agil, sehr nah am Nutzer, erpicht auf Feedback, entwickeln dir am Wochenende eine Lösung.“ Besser kann man es nicht formulieren.
MEHR KAPITAL, MEHR NETZWERK, MEHR ALTERNATIVEN
Große Einigkeit herrschte über die bestehende Kapitallücke, die Deutschland und Europa hemmt. Caroline von Linsingen, Head of IPO & Growth Financing, Deutsche Börse: „In Europa liegen 33 Billionen Euro an Haushaltsvermögen brach.“ Marie-Helene Ametsreiter, Partnerin bei Speedinvest, sieht darin eine Chance: „Wir haben unfassbar viel Reichtum und Kapital in Deutschland. Das muss aktiviert werden“
In einer Zeit, in der traditionelle Venture-Capital-Modelle zunehmend unter Druck geraten, gewinnen alternative Kapitalgeber wie Corporate Venture Capitalists (CVCs) und Family Offices massiv an Bedeutung. Otto Birnbaum, Founding Partner beim Impact-VC Revent betont, dass „Mittelständler für Startups ein ganz wichtiges Verbindungsglied in der Frühphasenfinanzierung sind“. Dazu führte Vera Knauer, Prokuristin für Strategie und Investitionen beim Mittelständler Orthomol, aus, dass „Familienunternehmer lernen müssen, wie ein Investor zu denken.”
Kommentar:
Ja, auch im Bereich VC ist neues Denken angesagt. Geld verdienen mit Geld ist legitim und für Startups vorteilhaft. Es darf nur nicht sein, dass man die „Verantwortung“, will sagen die Unterstützung von Startups mit Kapital, immer nach woanders abschiebt. Startups können Wirtschaft. Konstruktive Kooperation ist ebenso angesagt, wie ein Überdenken der Exit-Strategien. Nicht nur hierzu muss dringend hinterfragt werden, wie es denn nun mit der Startup-Strategie der Bundesregierung weitergeht. Wir wissen doch: Startups von heute sind der Mittelstand von morgen. Also sollten wir sie nach Kräften unterstützen.
ES BRAUCHT BRIDGE BUILDER FÜR ERFOLGREICHE KOLLABORATION
Die allgemeine Meinung war, dass die Herausforderungen unserer Zeit zu komplex sind für Alleingänge. Unsere Zeit braucht Zusammenarbeit und Diversität. Das bedeutet für die Wirtschaft: Startups und Mittelstand müssen sich zusammentun. Soweit, so gut.
Alexandra Kohlmann, Geschäftsführerin der Rowe Group, und Eva Valentina Kempf, Geschäftsführende Gesellschafterin der Henkelhausen Holding, betonen die kurzen Entscheidungswege und unternehmerische Nähe (!) des Mittelstands. Das ist für Startups attraktiv und bringt die Wirtschaft voran – so die Erkenntnis. Lena Weirauch, CEO und Co-Gründerin von aiomatic, und Thomas Paulus, Chief Digital Officer bei KSB beschrieben ihre „komplementäre Partnerschaft“ als Beispiel. Weitere Erkenntnisse: Es muss menschlich passen und mit der Vision ein Unicorn zu werden, kann ein Startup Mittelstandsunternehmen nicht beeindrucken.
Kommentar:
Es ist erfreulich, wie sich langsam „moderne“ Ansätze und Überlegungen durchsetzen. Wir haben schon des Öfteren formuliert, dass Unicorns und dergleichen nicht die Rettung unserer Wirtschaft darstellen. Es braucht zuvorderst die Besinnung auf die Bedürfnisse. Und dann ist vor allem die Kreativität der Startups gefragt.
GREEN TECH: DIE ZEIT DER LABS IST VORBEI - JETZT ZÄHLT SKALIERUNG
Hendrik Brandis, Partner & Co-CEO Earlybird, stellte klar: „Grüne Technologien sollten als integraler Bestandteil von Geschäftsstrategien verstanden werden; sie sind bereits heute Wettbewerbsfaktor in Deutschland“. Stephan Segbers, Vertriebsvorstand Rheinenergie AG, führte aus, dass es für den Erfolg der Energiewende Nachhaltigkeit, Bezahlbarkeit und eine sichere Versorgung braucht. Auch Jochen Ziervogel, Co-Founder Enpal, rief hierzu zur Klima-Kollaboration auf. Auch politische Unterstützung wurde gefordert.
Kommentar:
Der Klimawandel ist unbestritten das größte Problem der Menschheit und wir tun außerordentlich gut daran, Lösungen für dieses Problem zu finden. Nur so können wir den Planeten und damit unsere Lebensgrundlage retten. Die aktuellen Diskussionen über Nachhaltigkeit und Bioökonomie lassen hoffen; notwendige Technologien stehen bereit. Aber auch hier sucht man Unternehmertum – teils vergeblich. Man hört immer wieder fadenscheinige Ausreden (etwa dass die Versorgung nicht ausreicht) und die Rufe nach der Politik. Warum gehen Energieunternehmen nicht voran?
INVESTITION IN BILDUNG IST INVESTITION IN WIRTSCHAFT
Die Arbeitskräfte von morgen gilt es heute zu fördern. Denn als Land ohne Rohstoffe ist "Deutschlands einziges Asset echte Talente", so Jan Henri Kalinowski, Gründer von ChefTreff. “Während Schulen noch KI-Tools verbieten, arbeiten Unternehmen längst mit ihnen. Und Schüler sowieso. Nachmittags KI-Programmierungen von morgen und vormittags Informatik-Unterricht von gestern. "In den meisten Fällen sehen Schulungsräume noch immer aus wie in den 80ern”, bestätigt Mona Feder, CPO und Co-Gründerin doinstruct. Das zeigt die Dringlichkeit, das Schul- und Schulungssystem mit EdTech Lösungen zu revolutionieren. Und zwar nicht mit allgemeinen, sondern mit passenden Lösungen: “Unternehmen müssen deutlich machen, welche Kenntnisse und Fähigkeiten sie benötigen”, sagt Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied Bertelsmann Stiftung.
KI ist auch in Bildungsthemen ein wichtiges Tool, aber „Kritisches Denken bleibt essenziell – gerade im Zeitalter der KI“, betont Paula Cipierre, Director of Data Ethics and Innovation bei ada Learning. Es gehe darum, den Menschen in seinem Wissen und Denken zu stärken, und nicht, ihn zu ersetzen. Denn: „das lässt sich nicht auslagern.“ Mehrwert in digitalen Bildungsangeboten sieht Bettina Volkens vom Startup great2know für den Mittelstand: „Talente wollen wissen: Was kann ich hier bewirken? Kleine und mittelständische Unternehmen können den digitalen Wandel oft schneller und agiler gestalten als Konzerne und echte Veränderung schaffen.“ Auch Investoren sehen das Potential wie Jakob Stein, Vice President bei Creandum: „Vor zehn Jahren haben wir das erste Mal in Schulungssoftware investiert – heute ist daraus ein Milliardenunternehmen geworden.“
Kommentar:
Es ist keine Frage: An der Bildung müssen wir gewaltig etwas tun. Allerdings ist KI kein wundersames Allheilmittel. KI allein rettet nicht die Welt, und Nachdenken, etwa über die Folgen, ist zwingend notwendig. Kreativität im Vorfeld ist essentiell. Gerade bei KI müssen wir darauf achten, dass der Mensch im Mittelpunkt bleibt.
OUT OF THE BOX.NRW AWARD: VALOON BELEGT DEN 1. PLATZ
Zum zweiten Mal fand der vom NRW-Wirtschaftsministerium initiierte OUT OF THE BOX.NRW Award sein Finale auf der diesjährigen Konferenz. Der Award ehrt drei herausragende Startups aus Nordrhein-Westfalen und ist mit 50.000 Euro von der NRW.Bank dotiert. Zehn Teams aus über 100 Bewerbungen pitchten auf der Konferenz, live vor dem Publikum und der Jury.
Am Ende setzte sich das Startup Valoon durch, das eine effiziente und datenschutzkonforme Kommunikation auf Baustellen ermöglicht. Gründer Marvin Rosian: „Ich freue mich riesig, den ersten Platz in den Ruhrpott zu holen.” Platz 2 ging an ChemInnovation für ihre METIS-Software, eine KI, welche die Analyse von Daten in der chemischen Industrie automatisiert und so Schadstoffe in Lebensmitteln zuverlässig entdeckt. Der 3. Platz ging an comuneo, eine digitale Plattform für die datenbasierte Planung und Umsetzung von kommunalen Projekten für eine moderne Kommunalverwaltung.
Kommentar:
Preise wie der OUT OF THE BOX.NRW AWARD sind wichtig und richtig. Sie rücken wieder und wieder die Kreativität der Startups ins Blickfeld. Auch und gerade die dazu vergebenen Geldpreise sind wichtig. Sie allein reichen nur nicht aus, Startups nach vorne zu bringen. Aber sie zeigen, dass hier Startups ganz offensichtlich auf dem richtigen Weg sind.
Auch andere, in gewisser Weise ähnliche Aktivitäten sind für Startups hilfreich und von großer Bedeutung. Beispiele sind die Businessplan-Wettbewerbe, etwa AXOLOTL (Medizin/Biotechnik) oder KUER (Umwelt und Klima). Solche Wettbewerbe helfen Startups bei der Erstellung und Optimierung der Businesspläne; wichtig: Startups müssen diese Konzepte selbst ausarbeiten, damit sie alles verinnerlichen. Übersichten zu diesen Wettbewerben gibt es beispielsweise bei gruenderplattform.de und fuer-gruender.de.
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Save the Date
Hinterland of Things Konferenz 2026: 18. Juni 2026
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Unsere Ankündigung der Konferenz 2025:
In einem Jahr, in dem sowohl national als auch international entscheidende Weichen für unsere Zukunft gestellt werden, steht die siebte
Hinterland of Things Konferenz 2025
unter dem Motto „Reclaim“: Mit Mut, Inspiration und Zuversicht will man gemeinsam Verantwortung übernehmen, gestärkt durch bisherige Errungenschaften die Herausforderungen des Hier und Jetzt diskutieren, Chancen erkennen und mutige Lösungen entwickeln. Also das in die Tat umsetzen, was Startups auszeichnet.
Die Konferenz auf einen Blick:
Datum: 5. Juni 2025 + Exklusives Speaker’s Dinner am Vorabend, 4. Juni
Ort: Stadthalle Bielefeld
Gäste: 2.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Startups, Mittelstand und der Investorenwelt
Motto:
Reclaim – Mit Mut, Vision und Zuversicht wollen wir Herausforderungen annehmen, Chancen erkennen und gemeinsam eine positive Zukunft für alle gestalten!
Kuratierung:
Die Veranstalter freuen sich auf Unicorn-Gründerinnen und -gründer wie Daniel Kraus (Flixbus) sowie auf aufstrebende Unternehmerinnen wie Lubomila Jordanova (Plan A) oder Jodok Betschart (Cloover). Ebenso begrüßen wir bekannte Namen aus dem deutschen Mittelstand, darunter Jens Fiege, Brigitte Mohn oder Benjamin Würth, sowie Experten wie Prof. Dr. Maja Göpel (deutsche Politökonomin) oder Elisabeth L’Orange (Top 15 Women in AI). Außerdem vertreten ist die europäische Investorenwelt mit Felix Haas (10x), Tina Dreimann (better ventures), Florian Heinemann (Project A Ventures) und vielen weiteren.
Highlights:
Über 80 der vielversprechendsten B2B-Startups als Aussteller vor Ort aus den Branchen: AI & Automation, Industry Tech, HR & Education Tech und
Sustainability.
OUT OF THE BOX Pitch Award, dotiert mit 50.000 €, der die Finalisten der „Top 25 of 25“ kürt.
Starke Partner, die in Masterclasses und Round Tables greifbar sind und Praxisbeispiele mitbringen.
Einzelheiten finden sich hier:
www.hinterlandofthings.com/de/
www.foundersfoundation.de/event/hinterland-of-things-2025/
Ein Bericht zur Konferenz 2024 findet sich hier:
KONFERENZ 2024:
ÜBER MUT, FAMILIENUNTERNEHMEN, DEMOKRATIE, KI, VERANTWORTUNG
UND EINEN SIEGER
Rund 2.500 Teilnehmende hatten sich am 13. Juni auf den Weg gemacht, die Konferenz
Hinterland of Things 2024
zu besuchen. Führende Köpfe der deutschen Tech-Szene trafen sich in Bielefeld mit Unternehmerinnen und Unternehmern sowie Entscheiderinnen und Entscheidern des deutschen Mittelstandes. Startups präsentieren ihre Ideen und Produkte – 80 Messestände luden Besucherinnen und Besucher ein, sich über die Technologien der Zukunft zu informieren.
Im Mittelpunkt dieser 6. Hinterland of Things Konferenz standen aktuelle Themen und Herausforderungen, mit denen sich sowohl Startups als auch etablierte Unternehmen konfrontiert sehen, aber eben auch Technologien und mögliche Lösungen dafür. So lieferte diese Konferenz ein Spiegelbild des deutschen Startup-Ökosystems. Neben frisch gegründeten Startups fanden sich auch die sogenannten Einhörner (Unicorns), also Unternehmen mit einer Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar.
Die Konferenz ist damit auch ein wichtiger Treffpunkt für das so notwendige Networking von Mittelstand und Startups. Hier wird Zukunft gestaltet, hier treffen sich Visionäre, die den Mut haben, neue Wege zu gehen und die Herausforderungen der heutigen Zeit anzunehmen. Verena Pausder, Unternehmerin, Gründerin und Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands, schätzt genau dies an der Konferenz und stellt fest, dass im Grunde alle Voraussetzungen gegeben sind, dieses Land erfolgreich zu machen.
Industry Powerhouse Deutschland
In seiner Eröffnungs-Keynote hob Dominik Gross, CEO der Founders Foundation, die Bedeutung der Technologien aus dem deutschen Mittelstand für die Weltwirtschaft hervor. Er definierte Deutschland als ein „Industry Powerhouse“ und zeigte sich überzeugt, dass es die vielen Technologie-Unternehmen in der Fläche sind, die die weltweiten Industrien mit technischen Lösungen ausstatten. Und auch er sieht im Networking die entscheidende Bedeutung, um Potenziale zu heben.
Künstliche Intelligenz als großes Thema
Künstliche Intelligenz (KI) war DAS Thema der Konferenz schlechthin. Miriam Meckel, Geschäftsführerin der Weiterbildungsplattform ada, diskutierte wie andere Redner auch die verschiedenen Aspekte der KI. Sie formulierte: „KI wird alles auf einmal verändern, aber jetzt können wir die Zukunft gestalten.“ Es wurde darüber gesprochen, dass KI für viele beängstigend wirkt, andere sehen große Potenziale. Es wurde aber auch festgestellt, dass KI in absehbarer Zeit – und das wäre noch vor dem Jahr 2050 – sämtliche Aufgaben, die bisher der Mensch ausgeführt hat, zu übernehmen in der Lage ist. Womit sich die Frage ergibt, wie dies denn zu bewerten wäre.
Judith Perterka, KI-Expertin der Bundesverwaltung, sieht das positiv: “KI wird uns nicht ersetzen, sondern unsere Fähigkeiten erweitern, im Endeffekt geht es um Macht, Reichtum, Wohlstand und Ungleichheit. Eigentlich werden mehr Jobs geschaffen, als ersetzt werden. Ersetzt werden nur Tätigkeiten.” Meckel ergänzt dazu: “Menschen, die KI sinnvoll einzusetzen wissen, sind die größere Konkurrenz.“
Bereits heute könne künstliche Intelligenz alltägliche Produkte durch intelligente Alternativen ersetzen. Sascha Lobo, Autor und Publizist, ist überzeugt: „Technologie allein verändert nicht die Welt. Sie braucht eine Verhaltensänderung der Menschen, um wirken zu können.“ Dieses kennen wir aus der breiten Diskussion über Nachhaltigkeit und Bioökonomie – es ist die Gesellschaft, die sich in vielerlei Hinsicht neu orientieren muss.
Nachhaltigkeit und Bioökonomie
Nina Mannheimer, Co-Gründerin bei Klim, die digitale Plattform für regenerative Landwirtschaft, ist sich sicher: „Bei der Entwicklung von Geschäftsmodellen, die den Klimawandel bekämpfen, sei die Einbindung der Kunden besonders wichtig. Wir müssen sicher sein, dass wir die richtigen Maßnahmen umsetzen. Dafür tausche ich mich mit meinem Unternehmen eng mit Landwirten aus.“
Dass Unternehmen bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes eine große und vor allem aktive Rolle zukommt, ist bekannt. Jan Pannenbäcker, Gründer von Metaloop, erklärte:
„Nachhaltigkeit ist nicht mehr eine Wahl, sondern eine Notwendigkeit für Unternehmen." Am Beispiel der Metallindustrie erklärt er, diese sei für einen beträchtlichen Teil der
Kohlenstoffemissionen verantwortlich, könne aber auch ein Teil der Lösung sein.
Werte, Haltung und Führung
Neben technologischen Highlights beschäftigte sich die Konferenz auch mit einem ganz analogen Problem: dem Fachkräftemangel. Brigitte Mohn, Vorständin der Bertelsmann Stiftung, appellierte mit Blick auf Zuwanderung: „Viele Unternehmen haben die Demokratie für selbstverständlich genommen. Jetzt müssen wir uns wieder aktiv für sie einsetzen und eine echte Willkommenskultur entwickeln.“ Unternehmen seien hierbei besonders in der Verantwortung, denn: „Das Unternehmertum spiegelt die Gesellschaft wider.”
Eine breite Diskussion fand statt über Unternehmertum und, leider nur ansatzweise, über Unternehmenskultur. Zarah Bruhn, Gründerin und Geschäftsführerin von Socialbee, hält es für überaus wichtig, als Arbeitgeber Haltung zu zeigen, um Mitarbeitende für sich zu begeistern. Frauke von Polier, Personalverantwortliche bei Viessmann, unterstrich die Bedeutung guter Führung: „Wenn die Führung im Unternehmen gut ist, haben wir eine Chance, die jungen Leute zu halten. Man muss auf die gesamte Person schauen und ihre Lebensphasen berücksichtigen.“
Eine breite Diskussion eben dieses Themas ist von großem Interesse, denn Führung wird seit einiger Zeit neu definiert, und die Generationen Y und Z sagen deutlich, was sie unter Unternehmenskultur verstehen. Insofern lief die Diskussion schon in die richtige Richtung. Denn ja, Haltung will gelebt sein, ebenso wie Unternehmenskultur; und das transparente Vorleben einer Vision hat entscheidende Bedeutung.
OUT OF THE BOX.NRW AWARD
Ein besonderes Highlight der diesjährigen Konferenz war die Verleihung des Awards OUT OF THE BOX.NRW vom NRW-Wirtschaftsministerium, der die besten digitalen Startups aus Nordrhein-Westfalen ausgezeichnete. Der mit insgesamt stolzen 50.000 Euro dotierte Wettbewerb, gesponsert von der NRW.Bank, fand in diesem Jahr erstmals unter der Organisation der Founders Foundation gGmbH statt.
Den ersten Platz belegte das Bielefelder Startup Synctive GmbH mit seinem ganzheitlichen Ansatz für die Wartung von
Industrieanlagen. „In NRW zu gründen und speziell in Bielefeld ist besonders. Unsere Zielgruppe ist der Maschinenbau. Wenn wir es richtig machen, sind die ersten 100 Kunden direkt vor der
Haustür“, sagt Gründer Albert Gorlick.
Auf den zweiten Platz schaffte es Voltfang aus Aachen, auf den dritten arttrade aus Düsseldorf.
Die Synctive Industrial IoT-Lösung ermöglicht
Herstellern von Maschinen und Geräten, datenbasierte Dienstleistungen für ihre Kunden anzubieten. Von grundlegendem zustandsbasiertem Monitoring über KI-unterstützte vorausschauende Wartung bis
hin zu innovativen Geschäftsmodellen für Equipment-as-a-Service können Unternehmen datenbasierte Lösungen an die Bedürfnisse ihrer Kunden anpassen. Das All-in-One-Paket aus industriellem
IoT-Gateway, intelligenter Edge-Verarbeitungssoftware und der Synctive IoT-Cloud-Plattform ermöglicht einen schnellen und mühelosen Einstieg in das Internet der Dinge.
Voltfang ist ein Scale-up aus Aachen, das umweltfreundliche und rentable Batteriespeichersysteme aus Zweit-Lebensbatterien für KMUs und die Industrie herstellt. Mit unserem nachhaltigen Speicher können überschüssige Energie, insbesondere erneuerbare Energie aus PV-Anlagen, gespeichert werden. Unser Energiespeichersystem hilft dabei, unnötige Spitzenlasten zu reduzieren und ermöglicht eine intelligente Nutzung von Strom, wodurch ein wichtiger Beitrag zur erfolgreichen Bewältigung der Energiewende geleistet wird.
Die arttrade mit Sitz in Düsseldorf ist ein deutscher Anbieter für Kunstinvestitionen. Das Unternehmen bietet privaten und institutionellen Anlegern die Möglichkeit, mittels digitaler Wertpapiere in Werke der Top 100 Künstler, sogenannter Blue Chip Artists, zu investieren. Diese zählen mit einer durchschnittlichen Wertsteigerung von rund 9 Prozent pro Jahr zu den attraktivsten alternativen Anlageklassen. arttrade ermöglicht eine Investition in die teuren und gefragten Werke bereits ab 1.000 Euro. Im Portfolio von arttrade befinden sich unter anderem Arbeiten von Gerhard Richter, Georg Baselitz, Tony Cragg, Damien Hirst, Max Ernst, Christo und Erwin Wurm.
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Dominik Gross über Startups: „Ohne Startups hat Deutschlands Wirtschaft keine gute Zukunft. Nur durch den Technologietransfer aus den heimischen Startups bleiben
unsere Unternehmen Weltspitze. NRW ist das sich am schnellsten entwickelnde Startup-Ökosystem Deutschlands. Schon die Top 24 of 2024 Liste zeigt, wie vielfältig das Potenzial ist. Dass das beste
NRW-Startup aus unserer Region Ostwestfalen-Lippe kommt, macht uns besonders stolz.”
Die Founders Foundation gGmbH bildet die nächste Generation erfolgreicher Gründerinnen und Grüder aus und baut ein nachhaltiges B2B Startup Ökosystem auf. Die Financial Times rankt die Founders Foundation unter “Europes 100 Top Leading Startup Hubs” in Deutschland auf Platz 5. Beispielhaft werden im B2B Startup Ökosystem Ostwestfalen-Lippe ‘new and old business’ als Nährboden für Unternehmertum zusammengebracht. Insbesondere die alljährliche Tech-Konferenz Hinterland of Things dient dazu als Plattform und baut wichtige Brücken. 2024 wurde die Founders Foundation mit dem Sonderpreis der German Startup Awards für ihr Wirken und ihre Arbeit für das Unternehmertum der Zukunft ausgezeichnet.
Und die nächste Hinterland of Things kommt bestimmt – am 5. Juni 2025.