Cartoons & mehr

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Von Kabarettist:innen, Cartoonist:innen und Illustrator:innen

Liebe Bossinnen und Bosse,

 

es gibt keine Bäcker mehr. Wir müssen dieses Thema klären. Die Gerechtigkeit der Geschlechter muss nun endlich und endgültig herbeigeführt werden. Die Diskussion wird immer lauter, also beugen wir uns. Wir schaffen mal einen Doppelpunkt, mal einen Unterstrich, mal einen Schrägstrich, mal ist es ein Sternchen. Oder gänzlich neue Begriffe, siehe Genderwörterbuch (ja, auch das gibt es schon; www.geschicktgendern.de). Was bzw. welche Schreibweise ist richtig? Das weiß keiner so genau. Die Texte werden länger; werden sie auch verständlicher? Ist dies nun die Lösung für das zugrunde liegende Problem?

 

Zu diesem Problem ist doch in den letzten Jahren viel erreicht worden. Und das ist gut so. Wurde dies durch die neuen Begriffe erreicht? Die Frage muss doch mal erlaubt sein. Man hört dazu eben auch eine Menge Proteste – häufig sogar durch Vertreter:innen (ja, ich kann das auch) des weiblichen Geschlechts. Und die haben – ganz zurecht? – erhebliche Zweifel, ob denn nun durch diese neuen Worte das zugrunde liegende Problem beseitigt wurde. Richtig! Ich war auch schon immer für die Efrauzipation des Mannes. Daher mein Vorschlag: Wie wäre es, wenn wir einfach Geschlechtergerechtigkeit leben, statt uns in gendergerechtem Texten auszutoben? 

 

In diesem Sinne  

 

Ihr Otto van der Krypto