Lesefestival - Welt-Marktplatz der Literatur - Erfahrungsbericht

Immer mehr Menschen lassen sich auf der Leipziger Buchmesse inspirieren. Das zeigen auf eindrucksvolle Weise die 313.000 Besucherinnen und Besucher, die vom 19. bis
22. März 2026 zu dieser Messe kamen. Das zeigen auch die 2.044 Aussteller aus 54 Ländern, die ihre Neuerscheinungen vorstellten. Leipzig war für vier Tage Ort der Literatur. Es gab in der Stadt
über 3.000 Veranstaltungen an über 300 Leseorten.
Bei diesem Lesefestival finden sich Menschen aller Genres zusammen, um sich in Belletristik oder Sachbücher, gezeichnete oder geschriebene Geschichten, Schulbücher
oder wissenschaftliche Literatur zu vertiefen. Menschen, die Bücher lieben, Menschen, die Geschichte erleben wollen.
Und mitten im Geschehen: das Hardenberg Institut. Mit einem kleinen, aber feinen Stand erstmals auf diesem Welt-Marktplatz der Literatur vertreten. Wir haben alles aufgefahren, um Aufmerksamkeit zu erregen. Die Vorbereitungen in den Wochen vor der Messe waren entsprechend aufwendig. Flyer und Poster wurden entwickelt und gedruckt. Sitzkissen für die Sitzcontainer wurden gefertigt, damit Gespräche und Malen auch im Sitzen möglich sind. Ein Flugzeug-Trolley mit auffälligem Weinglas-Bild wurde mit einer Platte ausgestattet und sollte so als Blickfang und Empfangstheke zugleich dienen.
Auf den Buchablage wurden die verschiedenen Buchtitel präsentiert:
1. Existenzgründung – Der interaktive Leitfaden
2. Wirtschaftsmodell neu denken / Mewes-Strategie
3. Lebensgefühl FARBE – Naturinspiriertes Malen
4. Wein – Leitfaden für Genießer
5. 11+1 Argumente für Köln
Mit Blick auf das Buch Lebensgefühl FARBE konnten darüber hinaus Artemis-Pflanzen-Malfarben direkt erworben werden. Jede Besucherin und jeder Besucher hatte zudem die Möglichkeit, die Malfarben zu testen und ein Bild zu malen. Dieses Angebot wurde von vielen Interessierten gerne angenommen.
Alle Bücher wurden für Jedermann zum Verkauf angeboten. Buchhändler konnten sich informieren, wie die Konditionen für Wiederverkäufer sind.

Außer einem Übersichtsflyer der angebotenen Bücher konnten alle Interessierten von den beiden wichtigsten Büchern kleine Booklets mitnehmen; darin wurde der Inhalt des jeweiligen Buches auf wenigen Seiten dargestellt; Kontaktdaten für den Onlinekauf sind enthalten.
Kalender der guten Ideen für die Zukunft
Als begehrtes Booklet erwies sich der „Kalender der guten Ideen“ mit dem Titel „Zukunft gestalten“. Die Menschen können hierin in den nächsten 15 Monaten (Aktion läuft seit Januar 2026) Ideen eintragen und kurz beschreiben. Nach Ablauf der 15 Monate sollen sie das Booklet an das Hardenberg Institut zurückschicken. Heinz Bettmann wird dann mithilfe der Ideen das Buch „Zukunft gestalten“ schreiben. Alle Ideen-Lieferanten werden als Mitautorin oder Mitautor genannt. Dieses Booklet stieß auf unerwartet großes Interesse der Besucherinnen und Besucher.

Dabei sein ist alles
Die Teilnahme an dieser Messe war ein absolut spannendes Erlebnis. Vor allem die unzähligen offenen und bewegenden Gespräche mit den Menschen waren wirklich
beeindruckend. Dazu gehörte ein Gespräch mit der Mutter einer 24-jährigen Frau, die als Sanitäterin in den Ukrainekrieg ging und dort ihr Leben ließ. Das Buch dazu erscheint demnächst. Oder ein
Rentner, der für den Umweltschutz durch Deutschland radelt und deswegen unbedingt mein Weinbuch kaufen musste. Ein unglaublich breites Spektrum an Themen (Näheres siehe unten).
Viele Menschen kamen an den Stand des Hardenberg Instituts. Insbesondere zeigten auch viele Jugendliche großes Interesse für Literatur und das Malen von Bildern. Sie ließen sich gerne auf ein Gespräch ein, erzählten über ihre Hobbys und Ideen oder auch ihre Zukunftspläne. Und auch unter ihnen fanden sich Wein-Genießerinnen und -Genießer.

Verkleidet zur Leipziger Buchmesse
Viele Besucher kamen mit zum Teil farbenfrohen Kostümen. Dies gehört zur Leipziger Buchmesse einfach dazu. Dabei werden die Kostüme zumeist in liebevoller Eigenarbeit hergestellt. Das nimmt viel Zeit in Anspruch, teils gehen viele Monate ins Land, aber es ist eben eine Leidenschaft. Und die darf auch einige hundert Euro kosten. Das Foto zeigt den „Frühling“.

Bilder malen mit Naturfarben - hier mit den Artemis Aquarell Pflanzenfarben

Der Flugzeug-Trolley war ein echter Blickfang; die darauf angebotenen Booklets erfreuten sich überaus reger Nachfrage. Viele Besucher interessierten sich umso mehr für das Buch „Lebensgefühl FARBE“, wenn sie hörten, dass es hier um Pflanzenfarben geht. Dann blätterten sie eifrig in dem Buch und stimmten erfreut zu, wenn ihnen das Angebot gemacht wurde, doch sofort an Ort und Stelle ein Bild zu malen.
Die gemalten Bilder zeigen die Klarheit und Intensität der Pflanzenfarben. Die Farben für das Malen der Bilder wurden freundlicherweise durch das Unternehmen
Mercurius zur Verfügung gestellt. Dort können die Farben auch erworben werden.

Aquarellpapier, Pinsel und die Artemis Aquarell-Pflanzenfarben Indigo Blau, Krapp Zinnoberrot und Kreuzdorn Goldgelb wurden den Besuchern zur Verfügung gestellt. Anleitungen zum Umgang mit den Farben erhielten sie durch die Autorin des Buches. Die drei Farben konnten überdies von den Besuchern zum Buch gleich mit erworben werden.

So entstanden viele Bilder. Hier eine kleine Auswahl, als Collage zusammengestellt.

Begegnungen auf der Buchmesse
Tour de Natur
Ein älterer Herr, offensichtlich Rentner, kerngesund und redselig, interessierte sich sehr für das Weinbuch und kaufte es auch. Er gehörte, wie er erzählte, zu einer größeren Gruppe von Menschen, die vier Generationen umfasst. Sie veranstalten jährlich eine oder zwei Fahrradtouren irgendwo im deutschsprachigen Raum. Eine Tour über rund 500 km, verteilt auf 14 Tage und damit leistbar für alle Mitfahrerinnen und Mitfahrer. Es geht nicht um Sport, es geht um das Radeln für die Umwelt. Es gibt zumeist ein aktuelles Thema, und das wird auch auf Plakaten dargestellt. Und soweit das irgendwie möglich ist, streift man bei der Tour auch eine Weingegend. Das Miteinander und der Spaß stehen im Mittelpunkt.

Es gesellen sich noch weitere Menschen dazu. Offensichtlich ist das Thema Wein für viele hier interessant, auch für junge Menschen. Der eine schwört auf Rotwein, glaubt aber, dass der bessere Rotwein eher nicht aus Deutschland kommt. Andere stellen heraus, dass sich die Region Saale Unstrut doch sehr gut entwickelt hat und wunderbare Weine liefert – vor allem Weißweine. Eine Besucherin weist auf die sehr guten Fruchtweine aus Auleben hin – die Besucher in unserer Diskussionsgruppe stimmen zu. Die Käufer des Leitfadens Wein freuten sich, dass sie gleich ein Kellnerbesteck dazu erhalten konnten.

Erlebnisse im Krieg
Eine Frau mittleren Alters kommt mit mir ins Gespräch. Anlass ist das Booklet „Zukunft gestalten“, das wir den Besuchern anbieten mit der Bitte, es innerhalb der
nächsten 12 Moate ausgefüllt an uns zurück zu schicken (siehe oben). Wir reden über die Lage in der Welt, über Wirtschaft und die aktuellen kriegerischen Auseinandersetzungen.
Dann erzählt sie mir von ihrer Tochter Savita Diana Wagner. Fast zwei Jahre lang schrieb die 24-jährige ein Tagebuch von der Front des Ukraine-Kriegs. Schon kurz nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 hatte sie sich als humanitäre Helferin gemeldet. Bald darauf trat sie in die Armee ein und diente als Combat Medic – sie erlebt unter anderem die Befreiung von Butscha und die Schlacht um Charkiw. Am 31. Januar 2024 wird sie beim Versuch, zwei Verwundete zu bergen, tödlich verletzt.
Savita Wagner zeichnet in ihren Briefen und Tagebucheinträgen ein eindringliches Bild dieses Krieges in Europa. Ihre Erlebnisse stehen stellvertretend für alle, die dort die Ukraine gegen den Aggressor Russland verteidigen.
Das Buch ist am 20.04.2026 erschienen und kostet (nur) 18,00 EUR.
ISBN: 978-3-451-03706-1
Ursprung und Zukunft der Welt
Christian Anders ist auch heute noch als Sänger und Musiker aktiv; sein Lied „Es fährt ein Zug nach nirgendwo“ ist vielen bekannt. Als Autor esoterischer und
verschwörungstheoretischer Werke nutzt er aber das Pseudonym Lanoo (zu Deutsch: Schüler). Er hat bis heute weit mehr als ein Dutzend Bücher geschrieben, unter anderem das Buch „Die Weltformel“.
Nach Anders entstand der Begriff „Weltformel“ aus dem Bemühen, die Vielfalt der Erscheinungen aus wenigen allgemeinen Prinzipien oder Grundgesetzen in einer einzigen Formel zu
verstehen.
Auch Christian Anders kommt mit mir ins Gespräch, weil er das Booklet „Zukunft gestalten“ spannend findet. Wir „philosophieren“ über diese Welt, wie sie
funktioniert (oder besser eben nicht funktioniert) und wo wir Menschen nach seiner Meinung überall betrogen werden. Er sagt mir per Handschlag zu, dass er das Booklet ausfüllen und an mich
zurückschicken wird.
Initiative zeigen – Wirtschaft neu denken
Eine weitere Frau mittleren Alters spricht mich an. Sie fragt nach der Herkunft des Namens „Hardenberg Institut“ und welche Mission denn dieses Unternehmen
verfolgt.
Wir kommen ins Gespräch über Wirtschaft, Kommunikation und das Miteinander der Menschen in diesem Land. Wir diskutieren die Frage, ob denn eine funktionierende
Wirtschaft zwingend Wachstum braucht und kommen beide zum gleichen Ergebnis, nämlich dass dies nicht so ist. Das aber erfordert eine Art „intelligente Wirtschaft“. Wir haben einen hohen
Lebensstandard, und den zu erhalten erfordert Kreativität und eine zeitgemäße Unternehmenskultur. Aber allein damit könnten wir ein florierendes Gemeinwesen auf die Beine
stellen.
Es ist ein ebenso anregendes wie spannendes Gespräch. Gegen Ende outet sich die Dame und stellt fest, dass ich jeden Leipziger nach ihrer Identität fragen kann –
man würde sie kennen. Sie verrät mir ihren Namen, und ich höre, dass Sie Besitzerin eines Schlosses ist und damit Kommunikation, Begegnungen das Miteinander von Menschen pflegt. Sie verabschiedet
sich mit einem Dank an mich für mein „fortschrittliches“ Streben nach einer lebenswerten Zukunft. Das Booklet „Zukunft gestalten“ nimmt sie mit. „Sie kriegen es wieder,
bestimmt“.
